Ubiquitous Computing: Internet überall

Ubi- was? Zugegeben, der Begriff Ubiquitous Computing (übersetzt allgegenwärtiges Rechnen) ist etwas sperrig. Doch als Schlagwort im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge ist er nicht mehr wegzudenken. Ubiquitous Computing bedeutet, dass ...

  • das Internet nicht mehr an den PC gebunden ist, sondern mit eingebetteten Systemen in alle Lebensbereiche des Menschen vordringt,
  • das Internet aus einfachen Gegenständen intelligente Geräte macht und
  • der Nutzer das Internet der Dinge und seine Vorteile unbewusst und nahtlos in seinen Alltag integriert.

Bestes Beispiel: Die Bluetooth Zahnbürste von Oral B. Diese elektrische Zahnbürste verbindet sich via App mit Ihrem Smartphone und misst, wie lange Sie Ihre Zähne putzen. Sind Sie beim Reinigen Ihrer Beißer zu nachlässig und zu schludrig, dann bestraft Sie die App mit einem traurigen Smiley. Die Oral-B-Bürste motiviert Sie so zum gründlichen Zähneputzen.

Auch wenn die Bluetooth Zahnbürste nicht unbedingt ein Muss für jedes deutsche Badezimmer ist – so wird doch deutlich, dass das Internet der Dinge einfache Alltagsgegenstände in smarte Gadgets verwandelt. Für den Mittelstand bedeutet dies: Neue Kundenbedürfnisse, neue Chancen, neue Geschäftsmodelle!

Ganz schön smart: Die Vuzix Datenbrille

Ubiquitous Computing ermöglicht nicht nur die Entwicklung von neuen Produkten und Geschäftsmodellen. Das Internet der Dinge verändert auch die Abläufe innerhalb der Unternehmen. Besonders eindrucksvoll demonstriert dies die Smart Glass von Vuzix. Diese Datenbrille erleichtert den Arbeitern in Lagerhallen ihren Job, indem sie die Realität des Nutzers mit Augmented Reality erweitert. Konkret: Die Brille blendet in das Sichtfeld des Arbeiters relevante Informationen wie Navigationswege, Lagerbestände und aktuelle Bestellungen ein. Gleichzeitig kann der Mitarbeiter mit der Datenbrille via Mikrofon und Kamera kommunizieren und erledigte Aufgaben abhaken. Die gesamte Logistik wird dadurch um einiges effizienter gestaltet, wie dieses Image-Video von SAP demonstriert:

M2M: Wenn Maschinen miteinander sprechen

Ein weiterer Bereich, in dem Ubiquitous Computing  seinen Siegeszug antritt, ist die Produktion. Im Zuge der vierten industriellen Revolution vernetzen Unternehmen die Maschinen und Produktionsanlagen in ihren Fabriken künftig noch stärker als bisher. Die Geräte tauschen die Daten standortübergreifend aus und kommunizieren in Echtzeit miteinander. Dadurch werden Prozesse beschleunigt und Waren noch genauer an den individuellen Wünschen des Kunden angepasst. Auch auf veränderte Marktsituationen wie schwankende Material- oder Stromkosten können die Produzenten rechtzeitig reagieren.

Alles Zukunftsmusik? Keineswegs. Die Zahlen des M2M-Barometers (650 befragte Führungskräfte in 16 Ländern) zeigen: Rund 27 Prozent der Unternehmen haben schon ein M2M-Projekt, also einen automatischen Informationsaustausch zwischen technischen Systemen, auf die Beine gestellt. Mehr als jeder Dritte will innerhalb der nächsten zwei Jahre ein Machine-to-Machine-Vorhaben realisieren. 90 Prozent der Befragten sagen, dass M2M ein wichtiges Thema für ihr Unternehmen ist.

Wie die Flexibilität der Maschinen im Kontext von Industrie 4.0 konkret erhöht wird, zeigt der Verpackungshersteller Somic. Inhaber und Entwicklungschef Manfred Bonetsmüller verrät im mDM-Video, warum Produzenten auf richtige Software setzen sollten:

Datensicherheit: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Trotz der vielfältigen Möglichkeiten zeigen sich viele Unternehmen beim Thema Ubiquitous Computing zurückhaltend.  Denn die Vernetzung von Maschinen und Geräte über das Internet birgt auch Risiken. Mittelständler fürchten Datendiebstahl oder Betriebsstörungen im Zuge von Cyberattacken. Die Verschlüsselung von Daten sowie die Sicherheit der internetfähigen Geräte müsse daher im Vordergrund stehen, mahnt der Verband der deutschen Internetwirtschaft (Eco). Um die Unternehmen über Lösungsansätze zu informieren, veranstaltet der Verband am 16. und 17. September die Fachmesse Internet Security Days 2015. Weitere Informationen, wie Sie sich gegen Industrie- und Wirtschaftsspionage wappnen, erhalten Sie in diesem mDM-Ratgeber.

Weiterführende Links:

  • So kommt die M2M-Technologie bereits im deutschen Mittelstand zum Einsatz.
  • Industrie 4.0: Auch in der Verpackungsindustrie ist das Internet der Dinge bereits Realität.