Vendor Lock-in erschwert den Anbieterwechsel

Kompletter Service aus einer Hand – das klingt komfortabel und sicher. Die umfassende Betreuung durch einen Anbieter ist tatsächlich verlockend, denn sie erleichtert Planung, Umsetzung, Kundendienst und Abrechnung von Projekten. Das funktioniert auch beim Cloud-Computing famos.

Vendor Lock-in

Zu einem Vendor Lock-in kommt es, wenn die Abhängigkeit von einem Cloud-Anbieter den Wechsel zu einem anderen behindert. Hersteller können hierbei zum Beispiel proprietäre („eigentümliche“) Cloud-Architekturen oder Software anbieten, was aufgrund der fehlenden Kompatibilität mit anderen Lösungen einen Wechsel erschwert.

Doch was, wenn es mal nicht mehr so gut läuft? Wenn das Kosten-Nutzen-Verhältnis aus dem Ruder läuft oder die angebotene Software und Technik nicht mehr genügen? Dann zeigen sich schnell die Schattenseiten dieser Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Vendor Lock-in kommen. Das bedeutet, dass ein Kundenunternehmen quasi in der Cloud des Geschäftspartners eingeschlossen ist, weil dessen Infrastruktur nicht kompatibel zu anderen ist.

Heikler Umzug von Cloud zu Cloud

Entschließt sich beispielsweise ein Unternehmen zum Wechsel des Cloud-Anbieters, betrifft dies einerseits die in der Cloud betriebenen Applikationen, unter Umständen aber auch sehr vertrauliche und sensible Daten. Etwa Daten über:

  • Kunden
  • Geschäftspartner
  • Strategische Pläne
  • Finanzen
  • Produkte
  • Firmengeheimnisse

Unter Umständen müssen sich die Mitarbeiter eines Unternehmens auf neue Programme und Arbeitsabläufe einstellen. Das kostet Zeit, Geld und Nerven. Deshalb scheuen manche Unternehmen einen Anbieterwechsel oder schieben ihn auf die lange Bank. Eine sinnvolle Lösung ist das natürlich nicht, da darunter die Produktivität leidet.

Vendor Lock-in beim Cloud Computing: So vermeiden Sie ihn Bei einem Umzug der Daten von Cloud zu Cloud müssen alle Elemente wie in einem Uhrwerk ineinandergreifen. (© 2017 Shutterstock / Khakimullin Aleksandr)

 

OpenStack – das offene Betriebssystem für Cloud-Computing

Wer einen Vendor Lock-in und den damit verbundenen schwierigen Migrationsprozess seiner Daten und Anwendungen vermeiden will, sollte von vornherein anbieterunabhängiges Cloud-Computing mit einer offenen Schnittstelle wählen. Eine solche offene Architektur ist zum Beispiel OpenStack, die viele Unternehmen nutzen, darunter auch die Deutsche Telekom für ihre Open Telekom Cloud. Das universelle Betriebssystem beruht auf drei Kernkomponenten:

  • Compute organisiert die verfügbare Rechenleistung.
  • Storage regelt die Bereitstellung verschiedener Speichervarianten, den Zugriff darauf sowie die Wiederherstellung von Daten.
  • Networking stellt die Netzwerkdienste für OpenStack bereit und somit auch die Schnittstelle vom internen (Rechenzentrums-)Netz zum öffentlichen Netz.

Flexibel, universell, praktisch

Die freie Architektur von OpenStack ist so flexibel, dass sie sowohl für SaaS- (Software-as-a-Service), PaaS- (Platform-as-a-Service) oder IaaS-Dienste (Infrastructure-as-a-Service) geeignet ist.

Die Vorteile von OpenStack für die Cloud-Kunden sind:

  • Große Auswahl unter den Anbietern
  • Immenses Angebot kompatibler Software
  • Problemlose Migration von Daten

Damit ist die Abhängigkeit von einem Anbieter und das Problem Vendor Lock-in beim Cloud-Computing vom Tisch.