Eine Webseite ist Work in progress

Ein Unternehmen ohne Webseite – das ist mittlerweile fast undenkbar. Die eigene Homepage ist längst zum Vehikel für den digitalen (Erst-)Kontakt mit potenziellen Kunden geworden. Dabei spielt es keine Rolle, ob dahinter ein Online-Shop steht oder ein traditionelles Ladengeschäft. Doch eine Internetseite aufzuziehen und diese dann sich selbst zu überlassen, ist grob fahrlässig und verschenkt Chancen. Wann es Zeit zum Aufpolieren oder für einen kompletten Relaunch der Webseite ist, kündigen bestimmte Anzeichen an.

1. Die SEO-Performance knickt ein

Rutscht die eigene Webseite in der Ergebnisliste von Google & Co. immer weiter nach unten, besteht akuter Handlungsbedarf. Ein weiteres Indiz: Sowohl die Anzahl der Homepage-Besucher als auch ihre aktiven Reaktionen gehen zurück. Dann muss sich der Relaunch der Webseite auf zugkräftigere Keywords konzentrieren, da die bisherigen offenbar nicht zünden. Das funktioniert auch mit kostenlosen SEO-Tools. Unter Umständen hapert es auch an der gesamten Struktur des Internetauftritts – die Seite fliegt dann gewissermassen unter dem Radar der Suchmaschinen.

2. Die Mobil-Version fehlt

Die meisten Nutzer surfen mit dem Smartphone oder Tablet im Internet und erwarten eine entsprechend aufbereitete Seite. Mit anderen Worten: Mangelt es der Webseite an einer speziellen Darstellung für mobile Endgeräte, sollte das sogenannte Responsive Design nachgerüstet werden. Das macht die Seite nach dem Relaunch attraktiver für Menschen, die unterwegs online gehen. Andernfalls sind sie von der Unternehmensseite frustriert, weil deren Aufbau auf den kleinen Bildschirmen zu unübersichtlich ist und das Laden wegen der großen Datenmengen zu lange dauert. Außerdem fällt eine „starre“, nur auf Desktop-Displays abgestimmte Webseite durch das Raster von Googles Mobile-First-Index.  Die Folge: Bei organischen Suchanfragen fällt sie hinter der flexibleren Konkurrenz zurück.

Responsive Design stellt jede Webseite optimal dar – auf jedem Endgerät. (© 2017 Shutterstock / Syda Productions)

3. Hohe Absprungrate

Verweilen die Nutzer nur sehr kurz auf einer Webseite, dann hat sie eine hohe Absprungrate. Liegt ihr Wert bei 50 Prozent oder mehr, ist ein Relaunch angeraten. Dann müssen Qualität und Quantität der Inhalte optimiert werden. Sie sind nämlich entweder zu uninteressant, zu kurz beziehungsweise zu lang oder erfüllen nicht die Suchintention der Besucher. Ein weiterer Grund kann eine unübersichtliche Seite sein, die die Orientierung erschwert. Das heißt, die Nutzer finden sich darauf nicht auf Anhieb zurecht. In diesem Fall muss vor allem das  Layout überarbeitet werden.

4. Niedrige Conversion Rate

Eine Unternehmens-Webseite ist kein Selbstzweck, sondern soll das Geschäft ankurbeln. Besonders wichtig ist das für Online-Shops. Kommt es bei ihnen trotz zahlreichem Publikumsverkehr kaum zu Transaktionen, ist die Conversion Rate zu niedrig. Woran liegt's?  Antworten gibt die Customer Journey Map. Sie zeigt zum Beispiel, an welcher Stelle die Nutzer einen bereits gefüllten Warenkorb „stehenlassen“. Passiert das häufig, stimmt etwas mit der Kaufroutine nicht. Sei es, weil sie zu viele Schritte umfasst oder nur wenige beziehungsweise unübliche Zahlungsoptionen bietet. Auch hier hilft ein Relaunch der Webseite mit entsprechend angepassten Optionen.

5. Keine Social Media-Links

Die Präsenz auf den Social Media-Kanälen ist für Unternehmen praktisch eine Selbstverständlichkeit. Dennoch gibt es immer noch Firmen, die nicht bei Facebook, Twitter und Konsorten vertreten sind. Aber deshalb auf dorthin verweisende Links zu verzichten, ist ein Fehler und sollte mit einem Relaunch behoben werden. Der Grund: Viele Nutzer sind heute mit einem sozialen Netzwerk verbunden und würden darin womöglich auf den Shop und dessen Angebote verweisen. Doch weil auf der Webseite keine Share-Funktion vorhanden ist, funktioniert diese willkommene Form der Werbung nicht oder ist zu umständlich. Hier muss nachgerüstet werden.

Checkliste: Relaunch der Webseite

  • Im Vorfeld die wichtigsten Eckdaten des Internet-Auftritts analysieren und prüfen; am besten täglich, um negative Entwicklungen schnell zu bemerken
  • Die Usability durch Bekannte oder Mitarbeiter testen lassen, die nicht mit der Webseite vertraut sind
  • Klar herausarbeiten, in welchen Bereichen und wie der Relaunch ansetzen soll
  • Geänderte Funktionen und Strukturen gewissenhaft auf Fehler hin checken, bevor sie online gehen
  • Nach dem Relaunch die Webseite permanent weiter beobachten
  • Fehlt es an internem Know-how, sollte ein Dienstleister den Neustart übernehmen