Ist das niedlich oder gruselig? Diese Frage stellt sich unwillkürlich dem Betrachter des obigen Videos. Darin ist ein Industrieroboter von ABB zu sehen, der sich weniger wie ein Arbeitstier, sondern eher wie ein Haustier verhält. Mimus, so sein Name, interagiert mit Menschen, beäugt sie anscheinend zutraulich und folgt mit seinem langen Arm ihren Bewegungen. Das wirkt putzig und etwas beunruhigend zugleich. Schließlich verfügt so ein Industrieroboter vom Typ IRB 6700 über große Kräfte.

Die hält allerdings ein Programm von Madeline Gannon im Zaum. Die Forscherin beschäftigt sich für das US-amerikanische Software-Unternehmen Autodesk mit der Mensch-Roboter-Beziehung. Dank ihr ist Mimus quasi handzahm geworden. Und das, obwohl sein Ausleger bis zu 300 Kilogramm stemmt, sich mit sieben Metern pro Sekunde bewegt und einen Aktionsradius von 2,6 Metern hat.

Wer sich den Industrieroboter nicht nur im Video, sondern auch in Wirklichkeit ansehen möchte, der muss nach London reisen. Dort ist er noch bis zum 23. April 2017 im Design Museum zu sehen. Mimus ist Bestandteil der Ausstellung  Fear and Love: Reactions to a Complex World.

Weiterführende Links:

  • Er ist nur ein Muldenkipper, aber technologisch weit vorn, wenn es um autonomes Fahren geht. Das Trumm kommt von Komatsu, heißt IAHV und braucht kein Führerhaus.
  • Ein Chatbot gegen Knöllchen – das gibt es wirklich und zwar in London. Dort hilft der Roboter-Anwalt beim Einspruchsverfahren wegen Falschparkens. Mit Erfolg.