Bio-Strom für den Elektro-Lkw

Ein kalifornischer Milchbauer hat einen Elektro-Lkw mit einem alternativen Antrieb im Do it yourself-Verfahren gebaut. Das 15 Tonnen schwere Gefährt der Straus Family Creamery in Petaluma wird von Rinderdung angetrieben. Das ist naheliegend, denn davon hat das Unternehmen genug. In seinen Ställen stehen 300 Milchkühe, die täglich 15.000 Liter Mist hinterlassen. Eine Biogasanlage macht daraus Kompost sowie Methan. Aus dem Gas wird Strom gewonnen, der schließlich die Akkus des Elektro-Lkws speist.

Acht Jahre Arbeit und 130.000 US-Dollar (umgerechnet rund 110.000 Euro) stecken in dem Projekt, an dem auch ein örtlicher Elektriker beteiligt war. Das Ergebnis der Zusammenarbeit setzt die Straus Family Creamery als Futterfahrzeug ein. Der nächste Schritt soll ein mit Rinderdung fahrender Lieferwagen werden. Damit will das Unternehmen künftig Bio-Milch, Speiseeis, Joghurt und Butter ausfahren.

Ökologie und politischer Druck

Seit 1994 setzt die Straus Family Creamery auf ökologisch hergestellte Erzeugnisse. Der Elektro-Lkw auf Biobasis passt damit zum umweltfreundlichen Image. Aber ganz freiwillig ist seine Entwicklung nicht. Die kalifornischen Milchviehhalter stehen unter dem Druck, die Methanemissionen gemäß den neuen Treibhausgasreduktionsgesetzen des Landes zu senken. Die sehen vor, bis 2030 den Ausstoß des Gases deutlich zu mindern. Gelingen soll das vornehmlich mit seiner Transformation in elektrische Energie. Doch hat der mit Rinderdung angetriebene Elektro-Lkw für die Straus Family Creamery auch einen handfesten finanziellen Vorteil. Mit der Technik will der Milchproduzent jährlich 10.000 Dollar an Treibstoff und Wartungskosten sparen.