Bienenschwarm agiert wie ein großes Gehirn

Forschern der Karl-Franzens-Universität in Graz ist es gelungen, mit einem Algorithmus die Schwarmintelligenz frischgeschlüpfter Bienen auf Roboter zu übertragen. Das Projekt wird von dem Wissenschaftsfonds FWF gefördert.

Die Bienen erweisen sich als extrem effiziente Tiere, was die Brutpflege angeht. Um die besten Plätze für eine erneute Eiablage zu finden, sucht nicht jedes Exemplar den gesamten Bienenstock ab. Vielmehr kommt jeder Baby-Biene eine spezielle Aufgabe zu.

Die Forscher konnten am Ende vier verschiedene Bienen-Typen ausmachen, die den Stock auf unterschiedliche Weise abgehen. In Summe hilft diese Strategie dem Bienenvolk, möglichst effizient und intelligent zu arbeiten. Sie finden so die wärmste Stelle im gesamten Bauwerk und ignorieren kleinere warme Bereiche. Für den Zoologen Thomas Schmickl ein erstaunliches Ergebnis. Er erklärt in „scilog“, dem FWF-Magazin:

„Der Gesamtschwarm agiert wie ein großes Gehirn und findet die beste Lösung heraus.“

Roboter mit Temperaturfühlern

Dieses Verhaltensmodell konnte das Forscherteam im Anschluss auf Roboter übertragen, die mit Temperaturfühlern ausgestattet waren. In der Zukunft könnte der Primordial Particle Systems (PPS) genannte Algorithmus dazu beitragen, biologisches Leben künstlich nachzustellen. Mit Künstlicher Intelligenz versehene Roboterschwärme sollen dann selbstorganisiertes Verhalten erlernen.

Das Artificial Life Laboratory an der Uni Graz beschäftigt sich schon lange mit Bienensimulationen und Roboterschwärmen. Bisher hatten jedoch alle vorgeschlagenen Algorithmen für die Umsetzung mit Robotern versagt.