Flüchtlinge: Schwierigkeiten bei der Ausbildung

Ernüchternde Zahlen von der bayerischen Handwerkskammer: Sieben von zehn Flüchtlingen, die im September 2013 ihre Ausbildung antraten, haben sie mittlerweile wieder abgebrochen. Das sagte Lothar Semper, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer München und Oberbayern, der Welt. Grund seien mangelnde Sprachkenntnisse und das vergleichsweise niedrige Gehalt. "Viele haben die Vorstellung, in Deutschland schnell viel Geld zu verdienen und es dann nach Hause zu schicken", erklärt Semper.

Häufig erschienen Flüchtlingen ungelernte Aushilfsjobs lukrativer, weil dafür immerhin der Mindestlohn gezahlt werde. Man müsse die Migranten erst überzeugen, dass es langfristig die bessere Entscheidung sei, sich für eine Lehre zu entscheiden. Auch wenn damit anfangs weniger zu verdienen sei, so Semper.

Auswege aus der Flüchtlingskrise

Klar, die geflohenen Menschen schnell in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt zu integrieren – das ist eine Herkulesaufgabe für Deutschland. Und da nur wenigen Flüchtlingen direkt ein Job vermittelt werden kann, ist eine Ausbildung im Handwerksbereich eigentlich eine gute Sache. Um dabei eine höhere Abschlussquote in den kommenden Jahren zu erreichen, will die bayerische Handwerkskammer spezielle Berater einsetzen. Diese sollen die Unternehmen für die besonderen Bedürfnisse der Flüchtlinge sensibilisieren. Für Lothar Semper ein wichtiger Punkt:

"Wir dürfen die Flüchtlinge auch während der Ausbildung nicht allein lassen, sonst scheitern sie."

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