Heiße Idee: Abwärme aus Servern

Mit Servern heizen – diese Idee verfolgt das Dresdner Startup Cloud&Heat. Dazu nutzt es die Abwärme der Großrechner und gewinnt daraus hochtemperiertes Wasser. Eine seiner Lösungen kann drei auf Energieeffizienz getrimmte Einfamilienhäuser mit Wärme für Heizung und Wasser versorgen.

Damit will Cloud&Heat aus einem systembedingten Nachteil einen Vorteil machen, denn üblicherweise werden Server aufwendig mit Luft gekühlt. In ihren Prozessoren entsteht Hitze, die abgeführt werden muss – bei zu hohen Temperaturen gehen die Systeme kaputt. Cloud&Heat geht einen anderen Weg und hat eine Anlage entwickelt, die die Abwärme aufnimmt, weiterleitet und nutzt, wie „Futurezone“ schreibt.

Das Ergebnis: 60 Grad warmes Wasser

Technisch funktioniert das demnach so, dass in den Servern entlang der heißlaufenden Prozessoren ein filigranes, mit Wasser gefülltes Leitungssystem eingebaut wird. Die Flüssigkeit darin erhitzt sich beim Durchlaufen auf 60 Grad. Ein Wärmetauscher gibt sie an einen Pufferspeicher weiter, aus dem sich das Wasser zum Heizen oder Waschen abzapfen lässt.

Die Kosten pro Rechner-Exemplar belaufen sich – abhängig von der Ausstattung – auf 25.000 bis 250.000 Euro. Damit ist die Technik aus Dresden zwar teurer als übliche Luftkühlsysteme, doch würden sich die Mehrkosten nach wenigen Monaten amortisieren, sagt Nicolas Röhrs, Geschäftsführer von Cloud&Heat. Der Grund: Die Unternehmen gäben mit diesem Modell weniger aus als für die Luftkühlung.