Elektroauto aus Flachs und Milchsäure

Nach Angaben der niederländischen  Eindhoven University of Technology entsteht unter ihrem Dach das erste biologisch abbaubare Elektroauto. Sein Name ist Lina und es verfügt über eine besondere Karosserie. Sie und das Fahrgestell bestehen laut "Golem.de" aus einer in zwei Flachsfaser-Verbundplatten eingebetteten Wabenstruktur. Der Clou: Die Waben bestehen aus Polylactiden, sie werden also aus Milchsäure gewonnen und verrotten auf dem Kompost.

Auch sonst stehen ökologische Aspekte für das studentische Entwicklerteam im Vordergrund. So ist Lina ein 3,5 Meter langes Leichtgewicht und wiegt leer und ohne Akku lediglich 300 Kilogramm. Da das Elektroauto so wenig auf die Waage bringt, braucht es keine große Batterie als Energiequelle. Mit einem rund 30 Kilogramm schweren Lithium-Ionen-Stromspeicher kommt das Gefährt auf eine Reichweite von 100 Kilometern. Als Höchstgeschwindigkeit geben die jungen Forscher 80 Kilometer pro Stunde an. Den Antrieb übernehmen zwei Elektromotoren.

Nicht alles an Lina kommt auf den Kompost

Allerdings verrotten nicht sämtliche Bestandteile von Lina. Antrieb, Akku, Räder und Fahrwerk zersetzen sich nicht biologisch. Der Rest ist allerdings auch kein Fall für den normalen Kompost. Polylactide vergehen stattdessen in einem sogenannten technischen Kompostierungsverfahren.

Kommt es zu einem Unfall, trägt die Karosserie keine Beulen davon, sondern bricht an den Kontaktstellen. Einen Crashtest hat das Elektroauto Lina noch nicht über sich ergehen lassen. Die sonstige Erprobung soll noch in diesem Jahr auf öffentlichen Straßen erfolgen – falls dies die niederländischen Behörden gestatten.