Model 3 schiebt Tesla an

Noch schreibt der amerikanische Pionier für rein elektrisch betriebene Autos rote Zahlen. Doch Tesla hat im Vergleich zum Vorjahr beim Umsatz zugelegt – und Wirtschaftsanalysten gehen von einer weiterhin positiven Entwicklung aus.  Einen Schub wird nach Einschätzung der US-Investmentbank Robert W. Baird die Einführung des Model 3 bringen. Das vergleichsweise günstige Fahrzeug (ab rund 31.200 Euro) soll dem Elektroauto-Hersteller den Massenmarkt öffnen. Die Produktion startet im Juli, bis Ende 2017 ist die Fertigung von wöchentlich 5.000 Fahrzeugen vorgesehen.

Unternehmensgründer und Tesla-Chef Elon Musk hat außerdem angekündigt, bis 2020 mit dem Modell Y einen kompakten, neu konstruierten SUV auf den Markt zu bringen.  Wenn alles nach Plan läuft, sieht Baird-Analyst Ben Kallo im Jahr 2020 die Produktion von 800.000 Fahrzeugen beider Modelle. Zusammen mit den bereits angebotenen Modellen S und X könnte nach Kallos Ansicht Tesla in drei Jahren rund eine Million Einheiten mit einem durchschnittlichen Stückpreis von 52.000 Dollar verkaufen.

Firmenwert: 80 Milliarden US-Dollar sind drin

Wenn das Model 3 der erwartete Erfolg wird, sehen die Investmentbanker von Baird den Firmenwert von Tesla auf über 80 Milliarden US-Dollar steigen, die Aktie könnte mehr als 500 Dollar erreichen. Ben Kallo ist auch deswegen optimistisch, weil er bei dem US-Unternehmen eine einzigartige Expertise sieht:

„Technikunternehmen konzentrieren sich auf Lösungen für autonomes Fahren oder Batterietechnik, klassische Autohersteller fangen mit der Investition in die Elektrifizierung ihrer Autos erst an. Tesla kennt sich bereits in allen drei Bereichen aus.“

Im ersten Quartal 2017 hat Tesla Rekordzahlen bei Produktion, Auslieferung und Umsatz erreicht. Der Verlust beträgt zwar noch 330 Millionen, aber die Umsätze haben sich verglichen mit dem Vorjahr auf 2,7 Milliarden US-Dollar verdoppelt. Seit Anfang 2017 ist der Tesla-Aktienkurs um mehr als 45 Prozent gestiegen.