Herr Schwarzkopf, Roboter übernehmen immer mehr Arbeiten: Sie melken Kühe, werden in der Logistikbranche und in Krankenhäusern eingesetzt, sie sausen gar als Hotelpage durch die Flure. Müssen wir Angst um unsere Arbeitsplätze haben?
Einige Studien legen diese Schlussfolgerung nahe. Ihr Fehler ist aber, dass sie nur einen Teil analysieren: Was wird durch die Roboter weggenommen? Und nicht: Was wird dazukommen? Man kann wohl kaum den heutigen Arbeitsmarkt einfrieren und diesen auf die nächsten Jahrzehnte übertragen und hochrechnen.

Sicher fallen bestimmte Jobs weg, dafür entstehen aber ganz neue. Länder, die bereits viele Roboter einsetzen, wie Südkorea, Japan und Deutschland, haben florierende Volkswirtschaften. Die Studie "Robots at Work" der Universität von Uppsala und der London School of Economics vom Februar 2015 untersuchte die Auswirkungen von zunehmender Automation auf die wirtschaftliche Entwicklung in 17 Ländern. Das Ergebnis: Gut zehn Prozent der BIP-Steigerung und 15 Prozent der Produktivitätsgewinne beruhen auf der Zunahme von Robotern. Das ist vergleichbar mit der Wirkung der Dampfmaschine in der industriellen Revolution.

Aber wie sieht es mit dem Thema Sicherheit aus, wenn Roboter nicht mehr von Schutzzäunen umgeben sind und verstärkt an der Seite von Menschen arbeiten?
Bei der Zusammenarbeit steht die Sicherheit immer im Vordergrund. Wer heute Roboter einsetzt, muss eine ausführliche Risikoanalyse durchführen. Auch für Serviceroboter wurden ISO-Sicherheitsanforderungen erarbeitet. Bei der zunehmenden Vernetzung der Maschinen müssen Roboter aber auch sicher vor Manipulationen sein. Das heißt, sie dürfen nicht etwa von Unbefugten umprogrammiert werden können.

Wie profitieren mittelständische Unternehmen von Servicerobotern ganz praktisch?
Roboter sind von Vorteil, wenn Unternehmen sie ohne Programmieraufwand für wechselnde Aufgaben einsetzen können. Die Maschinen nehmen den Menschen schwere Lasten oder Laufwege ab. Kurz gesagt: Sie helfen, die 
Arbeitskraft der Menschen zu erhalten.

Warum sind uns viele Serviceroboter 
äußerlich so ähnlich?
Man hat festgestellt, dass die Akzeptanz eines Roboters steigt, je menschenähnlicher er wirkt. Das gilt aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Wenn der Roboter, der einem zulächelt, noch als Maschine erkannt wird, findet man ihn lustig, wie den steifen C-3PO in "Star Wars" mit seinen aufgerissenen Augen. Werden die Roboter den Menschen aber sehr ähnlich, macht es ihnen Angst. Experten aus der Computerspielbranche nennen das den "Uncanny-Valley-Effekt", das "unheimliche Tal". Der Begriff stammt von der Abbildung der Akzeptanz als grafischer Kurve. Die Akzeptanz steigt erst dann wieder, wenn man 
keinerlei Unterschied zwischen Mensch und Maschine erkennt. Angst vor Robotern ist aber völlig irrational. Der Glaube, dass sich Maschinen in der Zukunft gegen Menschen richten, ist reine Science-Fiction.

Tatsächlich. Warum eigentlich?
Weil Maschinen kein eigenes Bewusstsein 
haben. Sie werden von Menschen programmiert. Wenn sie etwas Schlimmes machen, steckt immer ein Mensch dahinter!