Zukunftsbranchen – die Aussicht auf Erfolg

Was sind Zukunftsbranchen?

Verspricht ein Sektor mittel- und vor allem langfristig gute Geschäfte, dann gehört er zu den Zukunftsbranchen. Das können ganz neue Sparten sein, aber auch traditionelle, die sich in einer Transformationsphase befinden. Das passiert zum Beispiel gerade in der Automobilindustrie. In Zukunftsbranchen finden Startups mit digitalen Geschäftsmodellen besonders chancenreiche Wachstumsmöglichkeiten.  Denn ihre Innovationen sind oft für unterschiedliche Bereiche anwendbar.  Und auch für etablierte Unternehmen lohnt sich ein Blick in die Glaskugel: Denn sie müssen entscheiden, wie sie sich künftig aufstellen wollen und in welchen Bereichen sich eine Investition besonders lohnen kann. Wichtig ist, dass in den ausgewählten Branchen jeweils eine dauerhafte, anziehende Nachfrage zu erwarten ist.

Eine gute Idee ist schon mal ein Anfang. Aber ob daraus mehr wird, hängt von vielen Faktoren ab. Nicht zuletzt von der Branche, in der Gründer damit starten. Die Auswahl ist hier groß. Jedenfalls für junge Unternehmen mit anpassungsfähigen, digitalen Geschäftsmodellen, die in unterschiedlichen Umfeldern funktionieren können. Das betrifft vor allem flexible Software-Lösungen und Dienstleistungen. Mit dem richtigen Dreh stehen Startups viele Türen offen.

Doch durch welche sollen sie gehen? Am besten entscheiden sie sich für eine, hinter der vielversprechende Aussichten stecken. Das erhöht die Chancen auf langfristige Erfolge. Außerdem ziehen solche Zukunftsbranchen Investoren an, die die Finanzierung erleichtern können. Und auch für Mitarbeiter sind sie interessant, weil sie ihnen auch langfristig bessere Jobchancen versprechen.

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Fragt sich nur, welche Sektoren aus heutiger Sicht besonders verheißungsvoll sind oder es sein werden. Hier eine Liste mit vielversprechenden Zukunftsbranchen, die teils erst auf den zweiten Blick ihre digitalen Chancen offenbaren.

1. Automobile

Umweltauflagen, neue Antriebe, autonomes Fahren: Die Automobilbranche steht vor großen Herausforderungen – und eben solchen Möglichkeiten. Neben der Elektrifizierung ihrer Flotten arbeiten die Hersteller weltweit mit Hochdruck an Lösungen für selbstfahrende Autos. Sie versprechen langfristig sehr gute Geschäfte – typisch für Zukunftsbranchen. Sogar dieser traditionellen Industrie eher ferne Software-Konzerne wie der Suchmaschinenriese Google mischen hier kräftig mit. Das zeigt das Potenzial dieser Technologie. Erste Erfolge sind bereits erzielt und mehrere Tests unter realen Verkehrsbedingungen laufen.

5 Zukunftsbranchen für digitale Geschäftsmodelle Die Automobilbranche wandelt sich und braucht immer mehr digitale Lösungen. (© 2018 Shutterstock / metamorworks)

Doch tatsächlich steht das Thema noch ziemlich am Anfang und bietet Neueinsteigern viele Möglichkeiten und Nischen. Aber auch, wenn die Technik für autonome Autos eines Tages serienreif ist, muss sie kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Weitere Chancen bieten sich in Bezug auf Mobilitätsprojekte. Weil für viele Verbraucher die Bedeutung eines eigenen Wagens schwindet, bieten Fahrzeughersteller vermehrt Mietmodelle an. Auch Flottenmanagement wird für sie immer wichtiger. Hier ist noch viel Aufbauarbeit zu leisten, um beispielsweise die Customer Experience zu verbessern.

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Nicht zu vergessen ist eine weitere alternative Motortechnik: die Brennstoffzelle. Lange stand sie im Schatten der batteriebetriebenen Elektroautos. Doch das ändert sich langsam. Für die Brennstoffzelle spricht vor allem das schnelle Auftanken mit flüssigem Wasserstoff. Reagiert er im Motor mit Sauerstoff, kommt aus dem Auspuff nur Wasserdampf. Auch hier ist Pioniergeist gefragt.

2. Künstliche Intelligenz und Robotik

Die Digitalisierung treibt in vielen Bereichen die Automatisierung voran. Das betrifft sowohl Produktionsverfahren als auch verwalterische und analytische Aufgaben. Big Data, Robotic Process Automation und Algorithmen sind hier die wichtigen Stichworte. Künstliche Intelligenz (KI), die dem menschlichen, neuronalen Netz nachempfunden ist, kombiniert das alles und leitet daraus eigenständig Entscheidungen ab. So kauft und verkauft sie heute schon Wertpapiere, schätzt Versicherungsrisiken ein oder kommuniziert als Social Bot mit Kunden.

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Damit sie das künftig in noch größerem Ausmaß macht, ist das Know-how von Spezialisten gefragt. Sie kommen auch für den verwandten Bereich der Robotik ins Spiel. Mechanische Arbeiter lassen sich fast überall einsetzen. Hier sind zwar schon mehrere deutsche Anbieter gut im Geschäft, doch der Bedarf an Automatisierungslösungen wird die Nachfrage hinsichtlich KI und Robotern künftig erheblich ankurbeln. Sie sind quasi Paradebeispiele für Zukunftsbranchen.

3. Gesundheitswesen

Die Lebensqualität und die Lebensdauer der Menschen nimmt zu. Verantwortlich dafür ist eine immer bessere Gesundheitsversorgung. Dahinter stehen moderne Diagnoseverfahren, Vorsorge, Medikamente, Medizintechnik und mehr. Das Geschäft damit brummt. Das wird auch so bleiben. Der Branchenreport "Gesundheitswesen" von Statista prognostiziert bis 2022 allein für Deutschland einen Umsatz von mehr als 83 Milliarden Euro. Zehn Jahre zuvor waren es knapp 20 Milliarden Euro weniger. Mit dieser Entwicklung gehört die Sparte zweifellos weiterhin zu den Zukunftsbranchen.

5 Zukunftsbranchen für digitale Geschäftsmodelle Im Gesundheitswesen kommt es verstärkt auf Big Data an. (© 2018 Shutterstock / anek.soowannaphoom)

Besonders Daten werden im Gesundheitswesen immer wichtiger. Digitale Informationen über Patienten, Übertragungen für Fern-OPs und -beratungen und der Austausch zwischen Medizinern – das sind nur drei Beispiele für die Einsatzmöglichkeiten von IT im Gesundheitswesen. Clevere Software-Lösungen, die hier Abläufe optimieren, analysieren oder dokumentieren, werden dafür gebraucht. Auch der Bedarf an Fintech-Lösungen für die Abrechnung von Ärzten mit Privatpatienten und Krankenversicherungen steigt an.

Programme sind ebenso in der Medizintechnik gefragt. Immer aufwendigere, bildgebende Diagnosemethoden etwa sind ohne sie nicht mehr denkbar. Weitere Möglichkeiten ergeben sich im Hardware-Bereich, sprich bei Instrumenten, Sensoren, Optiken oder in der Orthopädie.

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4. Logistik und Transport

Der europäische Logistikmarkt war 2017 eine Billion Euro schwer – nach Umsatz. Ein Viertel davon wurde in Deutschland gemacht, wie die Bundesvereinigung Logistik errechnet hat. Nach der Automobilwirtschaft und dem Handel ist die Sparte die drittgrößte auf dem hiesigen Parkett.

Sie profitiert stark von der Globalisierung, die durch die Digitalisierung maßgeblich gefördert wird. Die Unmengen an transportierten Waren und Personen sind ohne spezielle Anwendungen nicht zu beherrschen. Das macht beispielsweise Enterprise-Resource-Planning (ERP) oder Supply-Chain-Management unverzichtbar. Nur damit lassen sich heute immer längere Lieferketten zuverlässig und termingerecht knüpfen.

Der boomende Versandhandel verlangt nach ausgefeilter Lagerhaltung und sparsamen Transportmitteln. Hier steckt viel Potenzial in Lkw-Technik, aber auch in autonomen Drohnen, die Waren und Güter eigenständig austeilen. Tendenz steigend. Auch das macht die Logistik zu einer vielversprechenden Zukunftsbranche.

5. Energie

Geht es um Zukunftsbranchen, darf dieser Sektor nicht fehlen, denn ohne Elektrizität ist die moderne Gesellschaft undenkbar. Und nur wo Strom fließt, funktionieren digitale Geschäftsmodelle. Seine politisch geforderte, klimaneutrale Bereitstellung schafft Bedarf an effizienten Produktionsverfahren. Energie aus regenerativen Quellen ist zwar bereits Alltag, doch der Wirkungsgrad von Windrädern, Solaranlagen oder Wasserkraftwerken ist noch verbesserungswürdig. Auch die langfristige Speicherung von umweltfreundlich gewonnenem Strom ist noch nicht zufriedenstellend gelöst. Hier ist viel Spielraum für innovative Technik und Software.

Unter dem Sammelbegriff Smart Energy geht es unter anderem um alternative Energieträger und Einsparungsmöglichkeiten. Interessant ist das nicht für Unternehmen, sondern auch für Kommunen und natürlich private Haushalte. Sie alle brauchen zentrale beziehungsweise dezentrale verlustarme Lösungen – von der Erzeugung von Wärme und Strom über deren Weiterverteilung bis hin zu einer intelligenten Verbrauchssteuerung.

Dienstleistungssektor für Kommunikation

Das sind fünf Beispiele für Zukunftsbranchen. Weitere vielversprechende Bereiche sind Biotechnologie, 3D-Druck oder Umweltschutz. Und auch verschiedene Dienstleistungen, die in den Branchen benötigt werden, erfahren eine konstante bis wachsende Nachfrage. Besonders in der Infrastruktur für digitale Technologien und Datenverkehr stecken Potenziale. Vor allem Kommunikationsanbieter wie die Deutsche Telekom legen die Basis für digitale Geschäftsmodelle. Über ihre Netze läuft der Informationsaustausch praktisch überall und mit großem Tempo – mobil und stationär. Damit gehören auch sie zu den Zukunftsbranchen.

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