Drohnen sollen bei Katastrophen zum Einsatz kommen

Die Einsatzbereiche der Drohnen werden nicht nur immer vielfältiger, sondern auch beliebter, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.005 Bundesbürgern ab 14 Jahren ergab. Demnach befürwortet die große Mehrheit ihren Einsatz etwa bei Katastrophen, zur Versorgung entlegener Gebiete und zur Brandbekämpfung. Auch zu Polizei-Drohnen und Drohnen in der Landwirtschaft, äußert sich die Mehrheit der Deutschen positiv. Der Einsatz ziviler Drohnen zum Transport von eiligen Gütern wie Medikamenten, zur Vermessung von Grundstücken und zur Überwachung von Staatsgrenzen können sich die meisten ebenfalls vorstellen.

Drohnen als Helfer bei Katastrophen Klares Votum: 9 von 10 vom Digitalverband Bikom Befragter befürworten einen Drohneneinsatz bei Katastrophen. Etwa um im Erdbebenfall Überlebende zu suchen oder entlegene Gebiete schnell mit wichtigen Medikamenten zu beliefern. (© 2017 Microdrones)

Je mehr Drohnen durch die Lüfte fliegen, desto größer wird aber auch die Gefahr von Kollisionen. Der Google-Konzern Alphabet arbeitet bereits in seinem „Project Wing“ an der Lösung dieses Problems. Zusammenstöße sollen sich durch den Austausch der Flugrouten zweier sich nähernder Drohnen und automatische Routenänderungen verhindern lassen. Das wird wohl auch dringend nötig sein, denn nach Schätzungen der Deutschen Flugsicherung (DFS) wurden in 2016 allein in Deutschland 400.000 Drohnen verkauft.

Das sagen die Experten

„Drohnen haben ein unglaublich großes Business-Potenzial“, stellt Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe AG, fest. Die Marktanalysten von PricewaterhouseCoopers schätzen, dass der globale Markt für kommerzielle Drohnen bis 2020 einen Wert von 117 Milliarden Dollar (rund 100 Milliarden Euro) erreichen wird. Die Marktforscher von Gartner gehen davon aus, dass in diesem Jahr weltweit rund drei Millionen Drohnen hergestellt werden – über ein Drittel mehr als im vergangenen Jahr.

Typische Einsatzbereiche für Drohnen

Überall, wo es um eine schnelle Erfassung per Foto oder Video oder schwerzugängliche Gebiete geht, spielen Drohnen ihre Trümpfe aus:

  • 1. Unterhaltung und Dokumentation: Luftfotos und –aufnahmen bieten Werbung, Film und Fernsehen ungewöhnliche Perspektiven. Immobilienmakler setzen ihre Objekte mit Luftaufnahmen in Szene; Baustellenfortschritte lassen sich visuell dokumentieren.
  • 2. Inspektions- und Vermessungsaufgaben: Schwer zugängliche Stellen wie Dächer, Brücken, Raffinerien, Windräder der Leitungen können mit Hilfe der Drohnen, ausgestattet mit Wärmebildkameras, inspiziert werden. Drohnen mit kalibrierten Kameras überfliegen Bodenmarkierungen, das Kartieren im Überflug geht einfacher und schneller, als ein Gebiet zu Fuß mit GPS-Gerät abzulaufen.
  • 3. Logistik, Warentransport und Inventur: Inventarisierung oder kleine Transporte in Lagerhallen können effizient durchgeführt werden. Die Objektstandorte werden nicht mehr über eindeutige Standplätze definiert sondern über GPS-Koordinaten festgelegt oder per Drohne und Triangulation von mit RFID-Chips ausgestatteten Behältern identifiziert. Drohnen können kleine Pakete oder dringend benötigte Medikamente in abgelegene Regionen oder auf Inseln befördern.
  • 4. Katastrophenschutz und Überwachung: Drohnen dienen als Vorhut in Katastrophenfällen zur Lagesondierung; Spezialsensoren an Bord messen bei Bränden die Schadstoffbelastung in der Rauchwolke. Sie spüren in unwegsamem Gelände, in Erdbebengebieten oder unter Lawinen mit Wärmebildkameras Verschüttete auf; die Defi-Drohne bringt im Notfall den Defibrilator. Drohnen überwachen Großveranstaltungen aus der Luft; Ordnungskräfte setzen sie dank Nachtsichtfunktion im Dunkeln, observieren und verfolgen Kriminelle. Dank Wärmebildkameras lassen sich Graffiti-Sprayern oder Metalldiebe nachts aufspüren.
  • 5. Land-und Forstwirtschaft: Der Reifegrad und Schädlingsbefall von Ackerland lässt sich mit Drohnen überprüfen, Äcker und Weinberge mit Schädlingsbekämpfungsmittel besprühen, Wildschäden aus der Luft begutachten und aufzeichnen.

Angriffe durch Drohnen, eine reale Gefahr

Die steigende Einsatz von Drohnen hat auch schon die Abwehrspezialisten auf den Plan gebracht, denn neben einfachen Modelle, die als Spielzeug taugen, fliegen auch technologisch hoch entwickelte Geräte durch die Lüfte, die Lasten bis zu 15 Kilo tragen und somit auch mit Sprengstoff oder Bomben ausgerüstet werden können. „Die Anwendungsmöglichkeiten vom legalen bis zum illegalen Rahmen sind nahezu unbegrenzt und die Risiken für prominent besetzte, aufmerksamkeitsstarke Veranstaltungen vielfältig.

Made in Germany: DroneTracker-Produktion Das deutsche Unternehmen Dedrone entwickelte bereits vor drei Jahren das Drohnenwarnsystem DroneTracker (Drohnenfinder) – zum Schutz vor kleinen, zivilen Drohnen. Die Hardware für das Drohnenwarnsystem wird in Kassel produziert. (© 2017 Dedrone)

Das Sicherheitspersonal muss auf alle Gefahren vorbereitet sein – dazu gehören auch Drohnenangriffe“, erklärt Jörg Lamprecht, CEO der Abwehrspezialfirme Dedrone. Das Unternehmen mit Hauptsitz in San Francisco und Entwicklungs- sowie Produktionsstandort in Kassel entwickelte vor drei Jahren als eines der ersten Unternehmen weltweit Technologien zum Schutz vor den kleinen, zivilen Drohnen. Sein Drohnenwarnsystem namens DroneTracker warnt automatisch und in Echtzeit vor kriminellen unbemannten Flugobjekten und schützt Rechenzentren, Stadien, Gefängnisse, Flughäfen und andere kritische Infrastrukturen vor Schmuggel, Spionage und Terrorakten. Der DroneTracker kann Drohnen mit Schall- und Ultraschallsensoren, Tageslicht- und Infrarotkameras sowie Frequenzscanner identifizieren, die noch bis zu einem Kilometer entfernt sind. Neben den Sensoren lassen sich auch Störsender in den DroneTracker integrieren und automatisch aktivieren. So lassen sich etwa Forschungs- und Entwicklungsstandorte von patrouillierenden Drohnen vor fliegenden Lauschangriffen schützen.

Drohnenschutzschild made bei Deutsche Telekom

Auch die Telekom bietet ein Drohnenschutzschild an, das die von Dedrone entwickelte DroneTracker nutzt. In der Telekomversion werden Drohnen durch verschiedene Sensoren wie Videokameras, Frequenzscannern und Mikrofonen aufgespürt. Basis ist eine intelligente Software, die Drohnen sicher von Vögeln, Hubschraubern und anderen Flugobjekten unterscheiden kann. In das modulare System, das in bereits vorhandene Sicherheitskonzepte von Unternehmen integriert werden kann, können auch Sensoren weiterer Hersteller eingebunden werden. Im Portfolio der Telekom-Lösung befinden sich auch Frequenzscanner der Firma Rhode & Schwarz, Mikrofonarrays von Squarehead, Radargeräte von Robin Radar Systems sowie Jammer Technologie der Firma HP Wüst.

Video: Der Drohnenschutzschild für Unternehmen und Behörden

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