Trotz Codierung keine Sicherheit

Bereits 2015 war Edward Snowden virtuell auf der CeBIT zu Gast. Und so lautete die erste Frage an ihn auch, was sich in den vergangenen zwei Jahren verändert habe. Der Whistleblower lobte das gestiegene Bewusstsein für Überwachung und Datensicherheit, welches etwa für eine Zunahme der SSL-Verschlüsselung von Internetseiten sorge. Zugleich warnte er davor, sich allein aufgrund einer solchen Codierung sicher zu fühlen. Immer noch würden Internetaktivitäten über Metadaten umfassend aufgezeichnet und gespeichert. Snowden sieht auch in Sprachassistenten wie Alexa, Siri und Cortana eine große Bedrohung der Datensicherheit und zieht ein düsteres Fazit: „Wir leben in einem goldenen Zeitalter der Überwachung.“

Edward Snowden: Internetunternehmen gestalten die Zukunft

Die Gesetzgebung sieht Edward Snowden mittlerweile eher in einer reagierenden Position, während IT-Unternehmen mit ihren Entscheidungen die Entwicklungen steuerten. Ihre Nutzungsbedingungen legten fest, wie mit den Daten der User umgegangen werde. Gesetze hingegen, so Snowden, seien häufig nur dafür da, einen institutionellen Rahmen für bereits gängige Praktiken zu schaffen. Gerade hochtechnisierte Gesellschaften, die von ihren Systemen abhängig sind, würden dadurch verwundbar und müssten besonders in Datensicherheit investieren. Der Whistleblower rät deshalb, sensible Daten nur einem Cloud-Anbieter anzuvertrauen, der sorgsam mit ihnen umgeht und eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nutzt.

Besseres Image für Hacker

Unter dem Hashtag #AskSnowdenCeBIT konnten die Nutzer im Vorfeld über Twitter oder Facebook Fragen einreichen. Zum Abschluss übermittelte Moderator Brent Goff die Frage von Kindern, wie sie sich in der Zukunft sicher im Internet bewegen könnten. Für Snowden ist klar: Technikverständnis ist dabei essenziell und wird immer wichtiger. Dass der Begriff des Hackens überwiegend negativ konnotiert ist, blende wesentliche Aspekte aus. Denn, so der Whistleblower:

„Hacken bedeutet, dass man eine Technologie so gut versteht, dass man sie auf nicht vorgesehene Art nutzen kann.“

Auch über seine persönliche Situation fand Snowden zum Abschluss noch einige Worte: Er dankte seiner Partnerin, die mittlerweile mit ihm im russischen Exil lebt. Auf die Frage, ob er gern in die USA zurückkehren würde, erwiderte er: „Natürlich. Das ist meine Heimat.“