Ein perfekt gezapftes Pils mit Schaumkrone in wenigen Sekunden – ganz ohne Warteschlange, Zapfhahn und Kellner. Möglich macht’s eine patentierte, automatische Bier-Zapfstation aus den USA. Das Bier steigt wie von Geisterhand von unten nach oben ins Glas – was zunächst wie ein Zaubertrick aussieht, ist in Wahrheit clevere Technik: Der Gast stellt sein Bierglas auf die Zapfdüse der Anlage. Dadurch öffnet sich ein Ventil im Boden des Glases. Jetzt läuft der Gerstensaft von der Schankanlage hinauf ins Glas bis zur programmierten Füllhöhe. Eine Technik von Glasdesigner und -hersteller Rastal, der sich auf außergewöhnliche Trinkgläser spezialisiert hat.

Digitale Ideen aus dem Mittelstand

Nur ein Beispiel auf der Digital-Veranstaltung DIGITALSOUTHWEST in Böblingen, das zeigt, dass Mittelständler neuen Technologien gegenüber aufgeschlossen sind und diese schon längst in ihre Geschäftsstrategien integriert haben. Mit der Veranstaltung, die Teil der Informations- und Netzwerkreihe DIGITALX ist, möchte die Telekom eine Plattform zum Austausch über Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung in Baden-Württemberg bieten. Denn immerhin ist der Südwesten Deutschlands eine der wirtschaftsstärksten Regionen in Europa. Neben Industrieriesen sitzen hier viele starke Mittelständler aus Automobilbau oder Elektrotechnik, die den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands maßgeblich prägen. Rund fünf Prozent des Bruttoinlandproduktes wird hier in Forschung und Entwicklung gesteckt, so viel wie sonst nirgends in Europa. Damit liegt das Ländle europaweit auf Platz eins und ist dementsprechend ein attraktiver Standort für Unternehmen verschiedenster Branchen.

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„Digitalisierung ist Megatrend“

Beispielsweise für den Mittelständler Winterhalter. Der Spülmaschinenhersteller aus Oberschwaben hat ein völlig neues Vertriebskonzept entwickelt: eine vernetzte Spülmaschine. Gastronomen kaufen keine Maschinen mehr, sondern laden sich Guthaben auf ihre Maschine und zahlen nur für den tatsächlichen Spülgang. „Digitalisierung und Vernetzung sind die Megatrends, die momentan die Welt verändern“, sagt Ralph Winterhalter, geschäftsführender Gesellschafter von Winterhalter beim Experten-Talk über die Erfolgsstrategien des Hidden Champions. „Wir haben uns gefragt, wie auch wir die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen können, um unsere Kunden noch besser zu unterstützen.“

Als Antwort auf diese Frage hat das Unternehmen unter anderem PAY PER WASH entwickelt, ein alternatives Bezahlmodell, das es beispielsweise Gastronomen ermöglicht, professionelle Spülmaschinen zu nutzen, ohne die hohen Initialkosten für die teuren Geräte leisten zu müssen. Zusätzlich lässt sich die Maschine mit dem Internet verknüpfen. Die Maschine sendet Betriebsdaten, die der Gastronom in einer App einsehen kann und damit volle Kontrolle über das Gerät hat und genau weiß, wann er etwa den Reinigerkanister befüllen muss.

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Und nicht nur die Maschinen vernetzt Winterhalter. Auch die Kommunikation im Unternehmen hat der Mittelständler gemeinsam mit Telekommunikationsdienstleister Swyx – überregionaler Partner auf allen Veranstaltungen – auf ein neues Level gehoben. „Wir helfen seit 20 Jahren Unternehmen bei der digitalen Transformation. Das ist Teil unserer DNA“, sagt Swyx-Geschäftsführer Dr. Ralf Ebbinghaus. Dafür nötig seien Mut und die Fähigkeit, Dinge in Frage zu stellen.

Mit Austausch noch digitaler werden

Weitere Termine im Überblick

Weitere innovative Unternehmen und ihre digitalen Ideen können Sie auf den folgenden Veranstaltungen treffen. 

  • DIGITALSOUTH, München: 16. Mai (Anmeldung aufgrund der hohen Nachfrage bereits beendet)
  • DIGITALNORTH, Hamburg: 29. Mai
  • DIGITALEAST, Berlin: 05. Juni
  • DIGITALMIDWEST, Frankfurt am Main: 12. Juni

Hier geht es zur Übersicht und Anmeldung zu allen Veranstaltungen und zur Bewerbung für den regionalen Digital Champions Award. Der DIGITALSUMMIT, bei dem der nationale Digital Champions Award verliehen wird, findet am 7. und 8. November in Köln statt.

Neben den Experten-Panels hatten die Teilnehmer der Veranstaltung auch die Möglichkeit, sich auf Marktplätzen über digitale Lösungen zu informieren, von Startups aus der Region, aber auch von der Telekom. Diese präsentierte die Point-of-Sale-Komplettlösung MagentaBusiness POS, die sie gemeinsam mit Software-Schmiede enfore entwickelt hat.

Außerdem erhielten die Gäste Einblicke in Best Practices, etwa des Bildungsunternehmens alfatraining. Um dem Fachkräftemangel entgegen zu treten, hat der Karlsruher Mittelständler sich auf Online-Weiterbildungen spezialisiert und bietet ein eigens entwickeltes Videokonferenzsystem an. Der Vorteil: Weiterbildung in Echtzeit wird ortsunabhängig und barrierefrei. Mehr als 200 Kurse inklusive kaufmännischer Lehrgänge bietet alfatraining, um Fachkräfte im Bereich CAD für Maschinenbau, SAP, Mediengestaltung oder Programmierung weiterzubilden.

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