Wie wird Bayern noch digitaler? Die Antwort auf die Kernfrage der Diskussionsrunde fiel so unterschiedlich aus wie die Teilnehmer waren. Zwar herrschte Einigkeit darüber, dass beim Anschluss an die digitale Zukunft nicht nur Technologien und Infrastruktur eine wichtige Rolle spiele. Besonders Impulse und Ideen anderer digitaler Vorreiter seien elementar für die digitale Transformation von Unternehmen.

Disruptiv und völlig neu

„Digitalisierung schafft völlig neue Möglichkeiten, bestehende Geschäftsfelder weiterzuentwickeln und Services zu verbessern. Zudem lassen sich völlig neue Ansätze finden, um neue Geschäftsfelder aufzubauen. Was wichtig ist, denn Digitalisierung kann disruptiv sein und Märkte in kürzester Zeit komplett auf den Kopf stellen“, warnte Rainer Seßner, Geschäftsführer des ThinkTanks Bayern Innovativ.

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„Die digitale Zeit ändert vieles – aber nicht alles“, sagte Björn Weidenmüller, Leiter Vertrieb Großkunden Telekom Deutschland, in seiner Eröffnungsrede auf der DIGITALSOUTH in München. Das Wichtigste bei der Digitalisierung: der persönliche Austausch und Kontakt zu anderen Unternehmen. „Die digitale Zeit ändert vieles – aber nicht alles“, sagte Björn Weidenmüller, Leiter Vertrieb Großkunden Telekom Deutschland, in seiner Eröffnungsrede auf der DIGITALSOUTH in München. Das Wichtigste bei der Digitalisierung: der persönliche Austausch und Kontakt zu anderen Unternehmen. (© 2018 Telekom)

Praktische Hilfestellung benötigt

„Bayern ist ein Spitzenstandort für die Digitalisierung“, betonte Gert Bruckner, Ministerialdirigent des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Energie und Technologie: „Aber viele Unternehmen brauchen praktische Hilfestellung auf dem Weg der digitalen Transformation.“ Jedes Unternehmen müsse eine digitale Strategie für sich entwickeln, auch der Frisör oder Bäcker. Es sei daher entscheidend, Projekte gezielt auf die jeweiligen Bedürfnisse des Mittelstands zuzuschneiden. Eine zeitgemäße Infrastruktur sei wichtig, sagte Bruckner: „Aber für einen Bäcker zum Beispiel ist die Datenautobahn kein Thema.“ Das bayerische Wirtschaftsministerium unterstütze den Mittelstand zum Beispiel mit einem Digitalisierungsbonus für Investitionen in die Digitalisierungsprojekte.

DIGITAL SOUTH: Netzwerken, austauschen, lernen. DIGITAL SOUTH: Netzwerken, austauschen, lernen. (© 2018 Telekom)

Glasfaserausbau mit Hochdruck

Klaus Müller, Leiter Strategische Entwicklung und Transformation bei Telekom Deutschland, unterstrich, dass die Telekom auch in Bayern mit Hochdruck in die Mobilfunk- und Festnetzinfrastruktur investiere. „Schon heute bekommen 50 Prozent der Haushalte in Bayern 100-Megabit-Internetschlüsse. Alle vier Minuten schließen wir einen unserer Schaltkästen an das Glasfasernetz an und in den nächsten fünf Jahren versorgen wir allein in Bayern 500 Gewerbegebiete mit Glasfaseranschlüssen.“

Analoger Austausch für digitalen Fortschritt

Mit ihrer Informations- und Netzwerkreihe „DIGITALX“ bietet die Deutsche Telekom Mittelständlern, Startups und Politikern die Gelegenheit, sich auf regionaler Eben über die digitale Transformation auszutauschen.  Bei insgesamt sechs regionalen Events in ganz Deutschland können die Teilnehmer über die Digitalisierung diskutieren, sich von Vorreitern inspirieren lassen und nützliche Kontakte knüpfen. Nach Köln und Stuttgart machte „DIGITALX“ jetzt mit der DIGITALSOUTH Station in der Münchener Allianz-Arena.

Fortschritt mit Fehlerkultur

Infrastruktur sei aber nicht alles, sagte Tijen Onaran, Gründerin und Geschäftsführerin des Netzwerks Global Digital Women. Digitalisierung sei ein CEO-Thema. „Wenn die Geschäftsführung nicht offen ist und beispielsweise Experten für die Digitalprojekte benennt, wird es schwierig.“ Es fehle den deutschen Unternehmen an Offenheit, auch mal Fehler zu machen und darüber zu sprechen. Onaran: „Hinfallen, aufstehen, weitermachen. Dies ist die Einstellung, die die digitale Transformation braucht.“