Pflicht zum Drohnenführerschein gilt nicht für jeden

In Deutschland gilt seit April 2017 die „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“, auch kurz als Drohnen-Verordnung bezeichnet. Sie regelt umfassend den Umgang mit den Fluggeräten und gilt gleichermaßen für private und gewerbliche Nutzer. Hier ist auch festgeschrieben, dass ab dem 1. Oktober 2017 für das Fliegen einer solchen Drohne ein Drohnenführerschein erforderlich ist. Das gilt aber nicht immer und nicht für jeden – wer also ist von der Regelung betroffen?

Auch Pilotenlizenz gilt als Drohnenführerschein

Zunächst einmal: Der Begriff Drohnenführerschein ist irreführend, da es keinen Führerschein ausschließlich für Drohnen gibt. Vielmehr ist ein Kenntnisnachweis gefordert, den verschiedene Dokumente belegen können. Das sind:

  • eine gültige Pilotenlizenz
  • der Nachweis der bestandenen Prüfung einer vom Luftfahrtbundesamt zertifizierten Stelle, die auch online abgelegt werden kann (hierfür gilt ein Mindestalter von 16 Jahren)
  • nur für Flugmodelle, also ausschließlich zum Zwecke des Sports oder der Freizeitgestaltung: der Nachweis über eine entsprechende Einweisung durch einen Luftsportverein (Mindestalter 14 Jahre)

Geprüft werden jeweils Kenntnisse zur Navigation der Geräte und zu den rechtlichen Grundlagen der Nutzung; beide Nachweise gelten für fünf Jahre. Danach muss die Prüfung wiederholt werden, um den Führerschein zu erneuern. Kann ein Pilot keinen Kenntnisnachweis vorzeigen, drohen ihm nicht nur empfindliche Bußgelder, sondern auch der Verlust des Versicherungsschutzes.

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Eine Ausnahme gilt für Drohnen, die nur auf Modellflugplätzen geflogen werden: In diesem Fall ist kein Kenntnisnachweis notwendig. Und auch Behörden oder Organisationen, die für die öffentliche Sicherheit zuständig sind, benötigen keine Erlaubnis. Dazu zählen beispielsweise die Polizei, die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk, aber auch das Rote Kreuz.

Das Steuern einer Drohne erfordert eine gewisse Übung. (© 2018 )

Drohnenführerschein: Pflicht für Drohnen ab zwei Kilogramm

Ausschlaggebend für die Notwendigkeit eines Drohnenführerscheins ist in erster Linie das Gewicht des Flugkörpers: Hat die Drohne ein Abfluggewicht von mehr als zwei Kilogramm, ist der Drohnenführerschein zwingend vorgeschrieben. Das Abfluggewicht berechnet sich aus dem Gewicht der Drohne selbst plus dem Gewicht für Kamera, Gimbal, Akku und sonstigem Zubehör.

Ist die Drohne schwerer als fünf Kilogramm, benötigt der Pilot zusätzlich zum Drohnenführerschein eine Aufstiegserlaubnis von der Landesluftfahrtbehörde des Bundeslandes, in dem er wohnt. Das gilt außerdem, wenn er sein Fluggerät nachts fliegen lassen möchte.

Wie hoch sind die Kosten für einen Drohnenführerschein?

Die Kosten für einen Drohnenführerschein können stark variieren und sind abhängig davon, welches unbemannte Fluggerät der Pilot fliegen möchte. Eine Pilotenlizenz berechtigt zum Führen viel größerer Luftfahrzeuge, ist daher teuer und nur die wenigstens Hobbypiloten werden sie brauchen.

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Eine Prüfung bei den vom Luftfahrt-Bundesamt lizenzierten Abnahmestellen ist sicherlich deutlich preiswerter, allerdings nicht einheitlich geregelt: Das Amt hat den anerkannten Stellen die Höhe der Gebühren freigestellt. Festgelegt hat es aber die Kosten für die Einweisung in einem beauftragten Verein oder Verband: Hier werden 25 Euro fällig. Die Kosten für den Drohnenführerschein können also sehr unterschiedlich ausfallen – ein Vergleich mehrerer Angebote lohnt sich in jedem Fall.

Wer seine Drohne nachts fliegen lassen möchte, benötigt eine Aufstiegserlaubnis von der Landesluftfahrtbehörde. (© 2018 )

Neue Regelungen auch für leichtere Drohnen

Einen Kenntnisnachweis benötigten Drohnenpiloten für die kleineren Modelle zwar nicht, aber auch für sie gelten seit dem 1. Oktober 2017 neue Bestimmungen. Ab einem Startgewicht von über 250 Gramm besteht seitdem eine Drohnen-Kennzeichnungspflicht. Das bedeutet: Alle Drohnen über 250 Gramm müssen mit einer dauerhaften, feuerfesten Plakette ausgestattet werden, auf der Name und Anschrift des Eigentümers vermerkt sind. Solche Plaketten können beispielsweise im Schreibwarenhandel oder über das Internet bezogen werden.

Checkliste: Drohnenführerschein im Überblick

  • Drohnenführerschein seit Oktober 2017 Pflicht
  • Betrifft Fluggeräte ab einem Abfluggewicht von zwei Kilogramm
  • Kenntnisnachweis durch Pilotenlizenz oder Nachweis einer bestandenen Prüfung
  • Nicht notwendig beim ausschließlichen Fliegen auf einem Modellflugplatz