Wenn sich die wichtigsten IT- und Kommunikationsgiganten an einem Ort versammeln und zeigen, wie die Zukunft aussehen könnte und dass diese Zukunft nicht in weiter Ferne liegt, sondern zum Teil so schnell Realität wird, dass man zusehen kann – dann kann einem schon mal der Kopf schwirren vor lauter Ideen, Innovationen und Visionen. Internet of Things, Künstliche Intelligenz, 5G, Drohnen und Waffen gegen Cyberkriminelle – die CeBit in Hannover ist ihrem Ruf als Zukunftslabor erneut gerecht geworden.

Augenscheinlich wird die Digitalisierung, die lange nur als Schlagwort durch die gesellschaftliche Debatte schwebte, in sämtlichen Bereichen immer greifbarer; ihre enormen Chancen zeigen sich immer konkreter. Das demonstriert nicht zuletzt der deutsche Mittelstand. Viele mittelständische Unternehmen sind inzwischen zu Treibern der Digitalisierung geworden, zwei Drittel aller Mittelständler begreifen die digitale Transformation als wegweisende Veränderung. In zahlreichen Gesprächen mit Unternehmern während der CeBit wurde eines ganz deutlich: Der Mut und Wille zum Wandel sind im Mittelstand unverkennbar und werden in immer mehr spannende und erfolgreiche Projekte umgesetzt. Und: Der Austausch zwischen Forschung, Konzernen, Mittelständlern und Startups, den die Telekom seit Langem fördert, nimmt ebenfalls zu – auch das ließ sich auf der CeBit gut beobachten. Der Deutsche Startup-Monitor 2016 schätzt, dass 70 Prozent der Startups bereits mit etablierten Unternehmen zusammenarbeiten.

Die Messetage sind vollgepackt mit Kundengesprächen, Präsentationen und Informationen. Niemand kann sich alles anschauen, aber ich möchte die Gelegenheit nutzen und ich gerne meine ganz persönlichen CeBit-Highlights vorstellen. Dinge, die den Mittelstand weiter bringen, die für mich selbst überraschend waren – oder die ganz einfach Spaß machen.

Am Interessantesten sind natürlich die direkten Gespräche mit Kunden, etwa der von mir gehostete Top-Kundenabend in H‘ugo’s Restaurant. Pizza, verschiedene Grillstationen, gute Lounge-Musik. Telekom-CEO Tim Höttges, Telekom Deutschlandchef Niek-Jan van Damme, T-Systems Vorstand Reinhard Clemens und viele andere waren da. Ein wichtiges Gesprächsthema: das „Techboost“-Programm, das Tim Höttges auf der CeBit präsentierte: Noch immer wieder oft über mangelnde Unterstützung für Gründer in Deutschland geklagt. Die Telekom pflegt seit Jahren engen Kontakt zu Startups wie zum Mittelstand gleichermaßen, wir wollen die Gründer von unserem Netzwerk profitieren lassen. Techboost unterstützt ab sofort digitale Gründer mit IT-Ressourcen im Wert von 100.000 Euro pro Unternehmen. Unser Ziel: 100 neue Startups in die Open Telekom Cloud zu bringen. Eine Tolle Startförderung für junge Entrepreneure – für die mein besonderer Dank auch an Miriam Mertens geht, die für die Startup-Kooperation bei der Telekom verantwortlich zeichnet.

Kundenabend der Telekom während der CeBit, mit CEO Tim Höttges (2.v.l.) und Hagen Rickmann (3. v.l.) Kundenabend der Telekom während der CeBit, mit CEO Tim Höttges (2.v.l.) und Hagen Rickmann (3. v.l.) (© 2017 Telekom Deutschland)

Genauso freue ich mich über die den Ausbau unserer Partnerschaft mit Docusign, die ebenfalls auf der CeBit bekanntgegeben wurde. Die Telekom setzt nun konzernweit auf die Digital Transaction Management-Plattform und den elektronischen Signatur-Service von Docusign, um Papier zu vermeiden und unseren Mitarbeitern neue Wege zur Betreuung der nahezu 200 Millionen Kunden weltweit an die Hand zu geben.

Das „Internet der Dinge“ (IoT) ist bekanntlich eine der dynamischsten Felder in der digitalen Transformation. Was zunächst abstrakt klingt,  wird aktuell mit zahlreichen konkret fassbaren Anwendungen sichtbarer. Zum Beispiel LiveRank, für mich als Sportfan einer der Höhepunkte der Messe. Zusammen mit dem Nürnberger Unternehmen SAS Technologies hat die Telekom das System entwickelt, mit dem sich Triathleten mit einem Tracking-Gerät in Echtzeit und über die ganze Strecke verfolgen lassen. Das Ganze funktioniert über eine streichholzkleine M2M-Box, die der Athlet z Beginn des Rennens an einem Gurt befestigt. Auf die Informationen, die das federleichte Modul sendet, können Triathlon-Anhänger überall auf der Welt per Smartphone, Computer oder Tablet zugreifen. Besonders für Fans und Angehörige der Sportler eine klasse Sache.

Das Spannende an der Digitalisierung ist, wie ausgefeilt Lösungen auch für sehr spezielle Fragestellungen sein können. Denn im IoT kann alles mit allem verknüpft werden – sogar ein Bienenkorb. Die Anwendung des Startups „BeeAndMe“, mit dem die Telekom kooperiert, misst über Sensoren das Gewicht der Bienen, die Feuchtigkeit, die Temperatur. Am Geräusch, das die Bienen machen, erkennt ein guter Imker, ob es ihnen gut geht oder ob er zum Beispiel etwas gegen Milbenbefall tun sollte. Da ein Imker im Schnitt 200 bis 500 Bienenstöcke betreut, kann ein wenig Unterstützung durch „Bee AndMe“ sicher nicht schaden. Sogar Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich beeindruckt.

Jetzt habe ich selbst keinen Bienenstock im Garten, und Imkern ist ein ziemlich beträchtlicher Aufwand – sogar noch mit „BeeAndMe“-Unterstützung. Eine andere IoT-Anwendung war dann doch näher an den Bedürfnissen der allermeisten Menschen: das „Smartglass“ von Rastal, wahrscheinlich mein persönlicher Favorit der Messe.
Ein Bier in der Kneipe trinkt jeder mal gerne – aber was ist ein „schlaues Glas“? Das Traditionsunternehmen Rastal hat es zusammen mit der Telekom entwickelt, in Kombination mit einer smarten Theke. Das Prinzip ist simpel: Nach der Bestellung füllt der Gastwirt die Getränke in intelligente Gläser. Rastal hat die Trinkbehälter mit Chips für Near Field Communication (NFC) ausgestattet. Jedem Glas ist ein bestimmtes Getränk zugeordnet, beispielsweise Bier. Diese Information ist auf dem Chip gespeichert. Stellt der Wirt das volle Glas auf den Tresen, überträgt der NFC-Chip die Information an die smarte Bar – und von dort in die Cloud. Hier werden die Daten in Echtzeit gespeichert, mit anderen Informationen verbunden und ausgewertet, etwa in Kombination mit Wetteraussichten: So können Gastronomen vorab herausfinden, wie sie Personaleinsatz und Getränkebestellungen aus den vorliegenden Erfahrungswerten planen sollten. Kurz: Wirte und Getränkehersteller können künftig noch besser auf die Bedürfnisse ihrer Kunden eingehen. Ich freue mich darauf!

Eine neue, bunte und spannende Welt hat sich auf der CeBit aufgetan. Und das Schöne ist: Wir alle können sie verändern und gestalten. Digitalisierung. Einfach. Machen!