Flexibles Arbeiten: Siemens und Festo

Für das Konzept Industrie 4.0 gibt es gute Beispiele: Erst im November stellten Politiker auf dem Nationalen IT-Gipfel in Berlin 200 Unternehmen und Praxismodelle vor, denen bereits die Digitalisierung gelungen ist.

Industrie 4.0 ist per Definition die Vernetzung aller Produktions- und Arbeitsebenen – kann eine solche komplexe Idee in kleinen und mittelständischen Unternehmen überhaupt funktionieren? Sie kann! Das zeigt beispielsweise die Kooperation zwischen Siemens und dem Automatisierungstechniker Festo.

Gemeinsam entwickelten die Partner das Multi-Carrier-System: Ein Transportsystem für Produktionsanlagen zum Beispiel für Automobile. Was macht das Projekt so interessant?

  • Das System ist flexibel nutzbar – Einzelteile sowie komplette Wagen können in den Produktionsprozess eingeschleust werden.
  • Es ist ohne Probleme in bereits bestehende Lösungen einzubauen.
  • Durch Motion-Control-Steuerung und eine entsprechende Visualisierung werden Integration und die Arbeit an dem Gerät vereinfacht.
  • Bevor die Lösung in Betrieb genommen wird,  können Experten mithilfe einer Simulation viele Einstellungen testen – Fehler werden vorher bereits gemessen und treten in Praxis nicht mehr auf.

Das Multi-Carrier-System ist ein Puzzleteil, welches sich nahtlos in bestehende Digitalisierungsprozesse integrieren lässt – oder alte Lösungen ergänzt.

Niedrige Fehlerquote: Asseco Solutions und GBneuhaus

Für die Industrie 4.0 gibt es noch mehr Beispiele: Enterprise-Resource-Planning-Berater Asseco Solutions, N+P Informationssysteme und der Anbieter für Beschichtungslösungen GBneuhaus zeigen, wie Vernetzung funktioniert.

Mit einer speziellen ERP-Lösung werden alle Arbeitsebenen zusammengeführt, von der automatisierten Rollbahn, über die Temperaturprüfung bis zur fertigen Beschichtung. Profis sammeln Daten, überwachen die Arbeit und sind so in der Lage, gezielt Optimierungen zu veranlassen. Fazit: Es gibt weniger Fehler auf allen Produktionsstufen.

Praxis-Industrie 4.0: Beispiele von proALPHA Software

ProALPHA Software und Schwering & Hasse Elektrodraht GmbH machen bei der Digitalisierung ebenfalls alles richtig: Dank der Vernetzung von ERP-System und Maschinensteuerung wird Elektrodraht für die Automobilindustrie effizient und in hoher Güteklasse produziert.

Was ist hier das Besondere? Die Messdaten aus der Produktion werden kontinuierlich für die Qualitätskontrolle genutzt. Mitarbeiter können manuell nur stichprobenartig prüfen, dank der Industrie-4.0-Lösung ist nun eine kontinuierliche Kontrolle möglich. Selbst kleine Fehler werden erkannt und schnell behoben.

Halb automatisch zum Ziel: Bosch Rexroth

Roboter und künstliche Intelligenzen spielen in der Industrie 4.0 zwar eine große Rolle, trotzdem ist in dem Konzept immer noch ein Platz für den Faktor Mensch vorgesehen. Das zeigt das Beispiel von Bosch Rexroth aus Homburg.

In dem halb automatischen Werk werden Scheibenventile für Traktoren hergestellt: Neben den Grundtypen gibt es mehr als 200 individualisierte Produkte. Eine große Herausforderung, aber dank interner Vernetzung kein Problem. Teile, Maschinen und Menschen sind mit Radio-Frequency Identification- (RFID) und Bluetooth-Technologie ausgestattet. Das heißt, alles kommuniziert miteinander.

Benutzt ein Mitarbeiter beispielsweise eine Maschine, so erkennt diese die persönlichen Einstellungen des Arbeiters. Displays sind auf Anhieb lesbar, alles ist korrekt eingestellt. Das spart Zeit. Ressourcen lassen sich viel besser nutzen und auch hier werden Fehler viel effektiver erkannt.

Damit die Produktion rund läuft: GE Intelligent Plattforms

GE Intelligent Platforms ist der letzte Punkt in unseren Beispielen. Das Unternehmen hat ein Real-time Operational Intelligence (RtOI) entwickelt. Das ist eine digitale Plattform, die Daten sammelt, speichert, auswertet und Interpretationen möglich macht.

Sehr abstrakt, allerdings ein wichtiger Teil in der Industrie 4.0: Durch ständiges und präzises Messen der einzelnen Aspekte und Ebenen der Produktion, lassen sich viel gezielter Optimierungen implementieren. Mit dem System bekommt der richtige Experte die passende Information, mit der er oder sie gezielt eingreifen kann.  Der Echtzeitzugriff ist mit PC, Smartphone, Tablet und anderen mobilen Geräten möglich.

Effektives und effizientes Arbeiten mit der Industrie 4.0 – die Beispiele zeigen, es geht auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen.

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