Was ist Intralogistik?

Welche Wege legen die Einzelkomponenten eines Produkts innerhalb des Firmengeländes zurück, bevor daraus letztlich das Endprodukt entsteht? Genau damit beschäftigt sich die Intralogistik. Der Branchenbegriff entstand 2004, um eine Abgrenzung zum Warentransport außerhalb von Betrieben zu schaffen, zum Beispiel durch Speditionen.

Mathematisch ist die Situation klar: Anlieferungsweg minus Auslieferungsweg. Das Ergebnis stellt den innerbetrieblichen Materialfluss dar. Ziel der Intralogistik ist unter anderem, den Materialfluss zu beschleunigen, präziser zu machen und so die Versorgungskette zu optimieren. Das gelingt durch neue Technologien immer besser.

Vollautomatisierte Arbeitsgänge wie in der Fabrik der Zukunft, der sogenannten Smart Factory, sind derzeit jedoch noch nicht die Regel. Um Produktbestandteile von A nach B zu bewegen, kommen immer noch häufig Förderbänder oder Kleinfahrzeuge wie etwa Gabelstapler zum Einsatz. Zeit- und damit langfristig auch kostensparender sind moderne Technologien im Sinne der Industrie 4.0.

Pünktlichere Lieferungen dank optimierter  Transportwege

Wie schaffen Unternehmen Kundenzufriedenheit? Zum einen durch qualitativ hochwertige Produkte. Zum anderen durch pünktliche Lieferungen. Damit die Ware Kunden rechtzeitig erreicht, sollten die verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette genau aufeinander abgestimmt sein. Alle Prozesse, die außerhalb der Firma stattfinden, etwa die Auslieferung der Endprodukte per Lkw, sind anfällig für Unwägbarkeiten. Denn dort verlorene Zeit ist nicht mehr aufholbar.

Der interne Warentransport dagegen lässt sich wirkungsvoller beeinflussen. Wie? Indem zunehmend automatisierte Instrumente eingesetzt werden, die keine Verzögerungen im Produktionsprozess entstehen lassen. Und die darüber hinaus den internen Materialtransport insgesamt schneller umsetzen. Durch höhere Geschwindigkeiten gewinnen Unternehmen zusätzliche Zeit und können Produkte schneller an Abnehmer ausliefern. Kurz: Der optimierte Materialfluss zahlt direkt auf die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens ein.

Automatisierungstechnologien als Intrumente, um Ziele zu erreichen

Weil Produktzyklen immer kürzer werden, müssen Produktionsstätten heute flexibler denn je agieren. Nur wer seine Produkte so schnell wie möglich anpassen kann, bleibt am Markt wettbewerbsfähig.

Gefragt sind daher smarte Systeme, die die Intralogistik unterstützen. Maschinen, die mitdenken, sich selbst organisieren und mit anderen Maschinen und Produkten kommunizieren, sollen den Produktionsverlauf beschleunigen. Spezielle Funkstandards ermöglichen die Kommunikation untereinander. Auf solchen zukunftsträchtigen Fertigungsstraßen kommt der Mensch nur noch als Unterstützung des intelligenten Systems zum Einsatz.

Noch klingen diese Szenarien nach Science-Fiction. Dabei sind sie längst teilweise Wirklichkeit, wie die mittelständische Wittenstein AG unter Beweis stellt. Der Spezialist für mechatronische Antriebstechnik hat eine „Innovationsfabrik“ aufgebaut. Die gesamte Wertschöpfungskette – von der Idee bis zum Endprodukt – findet dort im Radius von 30 Metern statt.

In der Fabrik der Zukunft übernimmt der Mensch vor allem assistierende Aufgaben. (© 2017 Zapp2Photo/Shutterstock)

Checkliste: Intralogistik auf einen Blick

  • Die Intralogistik beschäftigt sich mit dem innerbetrieblichen Materialfluss.
  • Eines der Ziele der Intralogistik ist, den Materialfluss zu beschleunigen und dadurch Zeit zu gewinnen.
  • Intelligente Transportsysteme im Sinne der Industrie 4.0 tragen zu einer Verbesserung der Intralogistik bei, da sie selbstständig miteinander kommunizieren und den Warenfluss planen.