So arbeitet Deutschland

Wie wohl fühlen sich deutsche Freiberufler und Angestellte im Job? Wie steht es um das Thema Homeoffice? Und wie gern werden Überstunden geleistet? Einige Fragen, die im Rahmen einer aktuellen Studie von der renommierten Personalberatungsfirma SThree unter mehr als 1.164 Teilnehmern beantwortet werden. Die Ergebnisse der Studie „So arbeitet Deutschland“ zeigen: Eine bloße Präsenzkultur im Büro oder beim Kunden entspricht nicht der Wunscharbeitswelt der Menschen in Deutschland, ist jedoch oft noch Realität. Die Studie macht deutlich, dass die Berufstätigen hohes Engagement zeigen und umgekehrt dafür zunehmend flexible Strukturen fordern.

Arbeiten, wann man möchte

Laut SThree-Umfrage würden sich 73 Prozent der Berufstätigen in Deutschland ihre Arbeitszeit gern komplett frei einteilen. Auch wenn sie spätabends oder am Wochenende arbeiten müssten, um dafür zu anderen Zeiten freizuhaben. „Die Berufstätigen wünschen sich, bei den Arbeitszeiten mitzureden. Viele Unternehmen bieten bereits verschiedene Arbeitszeitmodelle an und profitieren davon. So steigern sie ihre Attraktivität als Arbeitgeber und fördern die Mitarbeiterzufriedenheit, ohne dafür ein großes Investment zu erbringen. Letztlich muss immer abgewogen werden, in welchen Branchen und Tätigkeiten eine zu hundertprozentig flexible Arbeitszeit sinnvoll und realisierbar ist“, so Luuk Houtepen, Director Business Development bei SThree.

Krankheit, Flexibilität und Boreout: So arbeitet Deutschland Wunsch und Wirklichkeit: So wollen die Menschen in Deutschland wirklich arbeiten. (© 2017 SThree)

Immer im Einsatz: Arbeiten trotz Krankheit

Ein weiteres Studienergebnis lässt aufhorchen: 71 Prozent der Umfrageteilnehmer arbeiten demnach trotz Krankheit – entweder aus dem Homeoffice oder sie kommen ins Unternehmen – obwohl 72 Prozent der Befragten angaben, dass das von ihrem Chef oder Kunden nicht verlangt wird. Als Hauptgründe fürs Arbeiten im Krankheitsfall gaben die Umfrageteilnehmer Folgendes an: Die Aufgaben würden sonst liegenbleiben und wären zeitlich nicht machbar (42 Prozent) sowie Eigenmotivation (31 Prozent). Dennoch sind sich die Befragten der negativen Folgen, die ihr Handeln mit sich bringt, bewusst. Hierzu zählen laut Studie die Gefahr, Kollegen anzustecken (77 Prozent), verzögerte Genesung (74 Prozent) und geringere Arbeitsqualität (22 Prozent).

Homeoffice: Zu Hause ist es am schönsten

Nur zwölf Prozent ihrer Arbeitszeit verbringen die Befragten derzeit zu Hause im Homeoffice. Laut der SThree-Umfrage würden aber 39 Prozent lieber häufiger fern des Büros arbeiten. Zu den Top zwei der positiven Auswirkungen der Arbeit im Homeoffice werden von den Umfrageteilnehmern effektiveres Arbeiten (55 Prozent) und stärkere Motivation (54 Prozent) genannt – wenn der Wunsch nach dem Homeoffice erfüllt würde. Die Gefahr von Einzelkämpfern im Homeoffice sehen 68 Prozent nicht. Als eine negative Auswirkung des Arbeitens im Homeoffice gilt den Befragten jedoch ein möglicherweise schlechterer Informationsfluss (51 Prozent). „Die Wunscharbeitswelt der Menschen in Deutschland verdeutlicht: Immer weniger haben Lust auf eine Präsenzkultur. Und mit den richtigen Strukturen für das Homeoffice profitieren Mitarbeiter und Unternehmen davon – keine langen Anfahrtszeiten, eine bessere Work-Life-Balance und motiviertere Angestellte“, so Luuk Houtepen.

Arbeiten fernab vom Büro Langeweile bei der Arbeit scheint laut der SThree-Umfrage kein Problem der befragten Freelancer und Angestellten in Deutschland zu sein. Immerhin suchen sich 65 Prozent der Befragten weitere Aufgaben auch beim Arbeiten fernab vom Büro. (© 2017 Deutsche Telekom)

Die fleißigen Deutschen: Klischee oder Realität?

„Verantwortungsbewusst, eigenmotiviert, ausgelastet – drei Schlagworte, mit denen sich die Arbeitsweise von Selbstständigen und Festangestellten in Deutschland beschreiben lässt. Die „So arbeitet Deutschland“-Ergebnisse zeigen, dass es für 53 Prozent aller Befragten selbstverständlich ist, Überstunden, bzw. Extrastunden bei Freiberuflern, zu leisten, um alle Projekte zu erledigen“, erläutert Luuk Houtepen. Auch wenn es bei der Arbeit mal ruhiger zugeht, suchen sich 65 Prozent weitere Aufgaben und 20 Prozent fordern von ihren Vorgesetzten zusätzliche ein.

Weiterführende Links zum Thema

Studie „So arbeitet Deutschland“ im Download (PDF)

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