Mixed Reality

Mixed Reality steht für Technologien, die virtuelle Welten schaffen – entweder als Ergänzung oder Ersatz der Wirklichkeit. Unter diesen Überbegriff fallen Augmented Reality (AR) sowie Virtual Reality (VR). Während bei AR über Smartphones, Tablets oder (fast) normal wirkende Brillen lediglich Informationen und Symbole ins reale Blickfeld eingeblendet werden, umschließt ein VR-System die Augen und versetzt den Nutzer in eine computergenerierte, alternative Umgebung. Beide Verfahren sind in der Gaming-Branche bereits im Einsatz. In Unternehmen hingegen sind sie bislang weniger verbreitet. Das dürfte sich bald ändern.

1. Mixed Reality in Schulung und Ausbildung

Üben für den Ernstfall – das geht sehr gut mit den Möglichkeiten der Mixed Reality. Dank ihr trainieren Mitarbeiter und Auszubildende in einer teilweisen (AR) oder kompletten (VR) virtuellen Umgebung ihre Arbeitsschritte. Simulatoren sind dafür ein bekanntes Beispiel. Sie sind schon lange Bestandteil der Aus- und Weiterbildung von Piloten. Dabei sitzen die (angehenden) Flugzeugführer in einem originalgetreu nachgebauten Cockpit. Statt Fenstern zeigen Monitore eine computergenerierte Außenansicht. Hydraulische Systeme täuschen Flugbewegungen vor und machen die Illusion perfekt.

Doch es muss nicht immer eine solche High Tech-Lösung sein. Moderne VR- und AR-Systeme gaukeln ihren Trägern zumindest optisch ähnlich perfekte Szenarien vor. Damit lassen sich – mit vergleichsweise geringem Aufwand – ebenfalls sehr gut Abläufe und Handgriffe einstudieren. Technikspezialist Bosch verwendet Augmented Reality und Virtual Reality für solche Zwecke.

2. Mixed Reality in der Produktion

Von simulierten Arbeitsschritten ist es nur ein kleiner Schritt hin zum Einsatz in echten Herstellungsprozessen. Besonders geeignet ist hier Augmented Reality. Die Technik blendet etwa über die Brillen Informationen oder kleine Grafiken in das Gesichtsfeld ein, die den Mitarbeiter bei seinem Job unterstützen. Beispiel: Ist ein Produktionsschritt beendet, weist ein Richtungspfeil den Weg zur nächsten Verarbeitungsstation an. Alternativ zeigen virtuelle Symbole und Werte, wie weit der Fortschritt bei einem Werkstück gediehen ist und wann es fertig sein wird. Das verkürzt die Einarbeitungszeit für Neulinge und/oder minimiert Bedienungsfehler.

3. Mixed Reality in der Logistik

Die Technik spielt ihre Vorteile auch in der Lagerhaltung aus. Hier leistet Mixed Reality etwa als internes Navigationssystem wertvolle Dienste. Entsprechend ausgerüstete Mitarbeiter finden sich damit besser in Regallabyrinthen zurecht und wissen immer genau, welche Ware wo zu finden ist. Der Paketdienst DHL setzt die Technologie aktuell ein und verzeichnet nach eigenen Angaben seitdem eine verbesserte Effizienz.

Mixed Reality: Sieben Einsatzmöglichkeiten für Firmen In der Logistik stehen Virtual Reality und Augmented Reality vor einer großen Zukunft. (© 2017 Shutterstock / Zapp2Photo)

4. Mixed Reality in der Wartung

Augmented Reality erleichtert es Mitarbeitern ohne spezielle Kenntnisse, selbst Geräte zu warten und zu reparieren. Die Technik blendet Schritt für Schritt die notwendigen Handgriffe in ihr Gesichtsfeld ein. Über speziell ausgestattete Datenbrillen oder -Helme können die Mitarbeiter Rat anfordern. Dank Datenkopplung und -übertragung sind die angesprochenen Kollegen sofort über das Problem im Bilde – im wahrsten Sinne des Wortes. Teure Fachleute müssen damit nicht mehr jede kleine Inspektion ausführen und können sich wichtigeren Aufgaben widmen. Autobauer BMW nutzt das Verfahren bereits in der Fahrzeugwartung. Virtual Reality hilft dagegen unter anderem, die Bedienung neuer Maschinen gefahrlos in einer sicheren Umgebung einzuüben.

5. Mixed Reality in der Medizin

Hier generiert die Datenbrille beispielsweise einen virtuellen OP-Tisch samt Patienten. Chirurgen testen auf diese Weise schwierige Eingriffe. Dank bildgebender, stereoskopischer Verfahren stellt die Software zuvor eingescannte Organe oder Knochen dreidimensional dar. Das unterstützt unter anderem die Vorbereitung heikler Gehirn- oder Gelenkoperationen.

6. Mixed Reality in der Konzeption

Die Virtuelle Realität hat sich auch schon bei der Planung bewährt. So verleiht sie Entwicklern einen dreidimensionalen Eindruck von ihren laufenden Projekten. Designer, Architekten und Ingenieure sehen damit, wie ihre Datenmodelle von Werkzeugen, Gebäuden oder Autos „in echt“ wirken.

7. Mixed Reality im Marketing

Wer sich für neue Möbel interessiert, der möchte gern wissen, wie sie sich später in seiner Wohnung machen. Virtual Reality und Augmented Reality erfüllen ihm diesen Wunsch. Damit sieht der Kunde schon vorab, ob die Küchenzeile oder das Sofa in ihrer neuen Umgebung gut aussehen. Die Möbelkette IKEA bietet diesen Service per Augmented Reality bereits seit 2013 an. Eine weitere Möglichkeit für den Mixed Reality-Einsatz: Wegweiser für Kunden in großen Geschäften.