Big Data und Smart Data

Big Data ist schon seit langem ein Schlüsselbegriff der Digitalisierung. Er steht für die Fähigkeit, enorme Datenmengen aus unterschiedlichsten Quellen zu sammeln, zu strukturieren und in sehr hoher Geschwindigkeit unmittelbar auszuwerten. Doch Unternehmen müssen irrelevante Daten von relevanten unterscheiden können, um nicht an der Datenflut zu ersticken. Laut einer IDC-Studie wird die weltweite Datenmenge bis 2020 auf 40 Zettabyte ansteigen – ein Zettabyte entspricht etwa dem Datenvolumen von rund 250 Milliarden DVDs. Um diese Mengen von Daten zukünftig auch nutzen zu können, wird es vor allem darum gehen, sie zu verstehen.

Wettbewerbsvorteil durch Smart Data

Immer größer werdende Datenvolumen machen es schwieriger,  den Überblick zu behalten und sinnvolle Schlüsse aus den Daten zu ziehen.

Smart Data – Innovationen aus Daten

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat deshalb das Technologieprogramm „Smart Data – Innovationen aus Daten“ ins Leben gerufen. Damit werden 13 ausgewählte Leuchtturmprojekte gefördert, die innovative Dienste und Dienstleistungen entwickeln. Dadurch soll die smarte Nutzung von Big-Data-Projekten breitenwirksam angestoßen werden. Ziel ist es, den kommenden Markt für Smart-Data-Technologien in Deutschland zu erschließen.

Eine Grundformel, um aus Big Data Smart Data zu machen, gibt es nicht. Dafür aber viele Beispiele: So kommt auf Smart-Data-Anwendungen die Aufgabe zu, Daten von gesuchten Ansprechpartnern aus verschiedensten Online-Quellen zu finden und mit weiteren Informationen eigenständig zu verknüpfen. Ein Stichwort muss genügen, um Kontaktdaten mit Informationen aus Pressemitteilungen, sozialen Netzwerken, klassischen Medien und Neuigkeiten von firmeneigenen Webseiten zu verbinden. Aufwändige Recherche entfällt. So sollte ein Mittelständler durch den Einsatz von Smart Data automatisch informiert werden, wenn sich in seiner Branche Aufträge auftun oder die Konkurrenz neue Investitionen plant. Das kann im Gegensatz zu reinen Big-Data-Anwendungen zu einem erheblichen Wettbewerbsvorteil werden.

Smart-Data-Lösungen können für Unternehmer relevante Wettbewerbsvorteile bringen. Smart-Data-Lösungen können für Unternehmer relevante Wettbewerbsvorteile bringen. (© 2017 Shutterstock / Pressmaster)

Smart Data ist für viele Berufsfelder interessant

Weitere Einsatzszenarien für Smart Data liegen vor allem im Bereich der Vorhersagen und einer vorausschauenden Wartung und Instandhaltung (Predictive Maintenance).  So können die Energieeffizienz von Maschinen oder Gebäuden verbessert und auftretende Probleme frühzeitig erkannt werden. Auch für Mediziner ist Smart Data von Vorteil, wenn sie bei der Auswertung von Patientenaufnahmen mithilfe von Datenbanken und intelligenter Algorithmen ihren Fall mit ähnlichen vergleichen und für die Diagnose verwenden können. Vertriebler erstellen Absatzprognosen auf Basis smarter Daten, und im Marketing ist der Kundendialog dank Smart Data sowieso schon längst ein Tool, mit dem Geschmack und die individuellen Interessen der Kunden spezifisch erfasst werden können. Die Unternehmenskommunikation profitiert ebenfalls.

Ärzte können Computertomographien dank Smart Data mit anderen Diagnosen vergleichen. Ärzte können Computertomographien dank Smart Data mit anderen Diagnosen vergleichen. (© 2017 Shutterstock / Image Source Trading Ltd)

Das benötigen Unternehmen, um Smart Data zu etablieren

In einem ersten Schritt sollte das Unternehmen untersuchen lassen, ob die Aufbereitung, Analyse und Auswertung mit Smart Data überhaupt lohnenswert ist. Wer etwa Vorhersagen über Maschinen treffen will, muss zunächst einmal wissen, welche Werte im Fertigungsprozess von Bedeutung sind. Menschliches Fachwissen ist trotz einer umfassenden Analyse der Datenflut also Grundvoraussetzung. Der zweite Schritt ist der Einsatz einer zentralen Software, die die anfallenden Daten aus allen nötigen Quellen ausliest. Eine weitere Software muss diese Kennzahlen dann interpretieren und miteinander in Verbindung bringen. Auch die Hardware muss unter Umständen an die neuen Anforderungen angepasst werden.

Auch der Datenschutz muss smarter werden

Ein wesentliches Erfolgsmerkmal für nachhaltige Smart-Data-Lösungen ist ein ausreichender Datenschutz. Big Data und die Auswertung bringt große Verantwortung mit sich. Auf Personen beziehbare Daten sollten deshalb von vornherein so gering gehalten werden wie möglich. Neben technischen Lösungen müssen auch rechtliche Aspekte hinsichtlich des Urheberrechts und des Besitzes von Daten geklärt werden. Eine Vielzahl von Schutzmechanismen wird demnach in der Umsetzung von rechtlichen Prinzipien in technische Lösungen bestehen müssen. Die erforderlichen Maßnahmen wie eine Verschlüsselung oder die anschließende Datenlöschung müssen demnach in für Unternehmen praktikable Lösungen einfließen und in die Smart-Data-Systeme integriert werden.