7.00: Der Tag beginnt

Um 6 Uhr wird Manfred Niebuhr sanft von seinem Smartphone mit seiner Lieblingsmusik geweckt. Während der Produktionsleiter in Frankfurt sich noch einmal kurz umdreht, öffnen sich von selbst die Jalousie und das Fenster. Die frische Morgenluft mischt sich mit dem Kaffeeduft aus der automatisch laufenden Kaffeemaschine. Der 43-Jährige hat gut geschlafen und fühlt sich heute fit. Ein Blick auf seine Smartwatch zeigt ihm seine Schlafzyklen an. Beruhigend. Schau, auch sein Biorhythmus ist aufsteigend. Da geht gleich eine Statusmeldung an seine Krankenkasse. Während er später am Frühstückstisch seinen Kaffee 
trinkt, lässt er sich die wichtigsten Posts, Nachrichten und auch die Wettervorhersage von der Spracherkennung am Tablet vorlesen.

8.30: Ab ins Büro und die Daten des Sensornetzes prüfen

In seinem Selbstfahrerauto kann Manfred Niebuhr die ersten Videogespräche führen, die auf die Windschutzscheibe projiziert werden. Heute ist eine Kollegin mitgekommen, die sich bei ihm über eine Mitfahr-App gemeldet hatte. Auf seinem Tablet-PC wertet Niebuhr die Daten des Sensornetzes von allen Produktionsstandorten aus. In Regensburg werden Wartungsarbeiten bei zwei Robotern angezeigt. Die Techniker sind automatisch beauftragt worden, gleichzeitig haben die Maschinen selbstständig Kapazitäten verlagert.

Die digitale Zugangskontrolle der Firma erkennt den Produktionsleiter blitzschnell über die Gesichtserkennung und den Handsensor. Die digitale Zugangskontrolle der Firma erkennt den Produktionsleiter blitzschnell über die Gesichtserkennung und den Handsensor. (© 2016 Ela Strickert)

8.55: Der Digitale Türöffner

Kaum ist der 
Produktionsleiter im System sicher registriert, können seine Kollegen auf ihren smarten Geräten verfolgen, wo er sich gerade befindet. Alle Türen in den freigegebenen Bereichen 
des Unternehmens öffnen sich jetzt automatisch.

9.00: Überall in der Cloud arbeiten

Feste Arbeitsplätze gibt es inzwischen nicht mehr. Niebuhr sucht 
sich einen freien Tisch, heute am Fenster. Er wird auto-matisch per Kurzstreckenfunk vom System erkannt und angemeldet. Auf dem Display erscheint sofort sein virtueller Desktop, den er überall aus der Cloud aufrufen kann. Er schaut nach, ob die anstehende Wartung in Regensburg Auswirkungen auf die globale Lieferkette hat. Nein, alles kein Problem.

11.00: Status-Meeting mit Big Data

Um 11 Uhr hat sich sein Team pünktlich zum Meeting versammelt. Kollegen von anderen Standorten sind über große Telepresence-Monitore in ultrascharfer Qualität zugeschaltet. In der Runde besprechen sie die aktuellen Ergebnisse der Big-Data-Analysen im Markt. Mit Predictive Marketing lassen sich Trends noch genauer vorhersagen. Sie beschließen, den Analysen zu folgen und eine neue Produktserie zu starten.

Einkäufe werden künftig drahtlos bezahlt. Etwa via Smartwatch mit der „MyWallet“-App. Einkäufe werden künftig drahtlos bezahlt. Etwa via Smartwatch mit der „MyWallet“-App. (© 2016 Ela Strickert)

12.30: Einkaufen in der MIittagspause

In der Mittagspause schickt seine Lieblingsboutique passende Sonderangebote auf seine Smartwatch. Niebuhr will kurz vorbeischauen. Dank Augmented Reality werden Hemden auf der Grundlage seiner vorherigen Einkäufe direkt auf sein Spiegelbild projiziert. Per Gestensteuerung wischt er durch die Auswahl, bis er das Streifenmuster in Magenta findet, das ihm gefällt. Das Hemd wird jetzt in einer Fabrik in Mexiko in Auftrag gegeben und soll in zwei Tagen per Overnight-Drohne geliefert werden. Niebuhr zahlt beim Rausgehen drahtlos mit der „MyWallet“-App.

14.00: Abstimmung per 3-D-Druck

Zurück in der Firma hat sein Entwicklungsteam ihm ein holografisches Modell des neuen Produktes zur Abstimmung am Rechner geschickt. Er druckt es kurzerhand an seinem 3-D-Drucker aus, um es gleich in die Hand zu nehmen.

15.30: Smart Factory und Die Fertigung

Niebuhr und sein Team arbeiten daran, eine neuartige Fertigungsmaschine zu bauen, die den gesamten Produktionsprozess selbstständig optimiert. Das ist wichtig, denn während der Fertigung kommt es immer wieder zu Schwankungen durch Unregelmäßigkeiten im Material oder durch Verschleiß der Maschinen. Niebuhrs Idee: Die Maschinen sollen sich im Verbund automatisch regulieren.

16.30: Abgleich der Dienstpläne

Für die neue Produktplanung werden zusätzliche Programmierer über das Ressourcenplanungstool angefordert. Die digitalen Dienstpläne der Mitarbeiter werden automatisch aktualisiert und die Programmierer über ihre mobilen Geräte informiert.

Ersatzteile für Autos werden künftig kostensparend per 3-D-Drucker gefertigt. Sie müssen dan nur noch in der Werkstatt eingebaut werden. Ersatzteile für Autos werden künftig kostensparend per 3-D-Drucker gefertigt. Sie müssen dan nur noch in der Werkstatt eingebaut werden. (© 2016 Ela Strickert)

19.00: Werkstattbesuch

Zum Abend muss der Produktionschef sein Auto in der Werkstatt abholen. Hier baut ein Spezialist ein Ersatzteil ein, das er zuvor im 3-D-Drucker hergestellt hat. Eine Datenbrille projiziert beim Einbau jeden Arbeitsschritt in sein Sichtfeld. Falls es kniffelig wird, kann er einen Kollegen dazuschalten. Endlich fertig: Niebuhr schaltet jetzt den Autopiloten aus. Heute, sagt er sich, will er einmal selbst fahren.