Undichte Stellen in Druckluftsystemen von Kompressoren oder Rohren sind fiese Energiefresser: Sie verblasen ungenutzt die teuer erzeugte Druckluft und belasten mit unnötigem CO2-Ausstoß die Umwelt. Mit seiner selbst entwickelten App sorgt das mittelständische Unternehmen Mader jetzt für mehr Durchblick in Sachen Druckluft. Die Anwendung erfasst die Lecks papierlos und schnell per Smartphone oder Tablet und dokumentiert sie in Echtzeit. Anschließend bewertet sie, wie groß der wirtschaftliche und ökologische Schaden ist, den jedes Leck verursacht. Der Kunde weiß so mit wenigen Klicks, welches Loch er als erstes stopfen muss – und wie sich die Reparatur in seiner Energiebilanz niederschlägt.

Mit den Mitteln der Digitalisierung dem Kunden Geld zu sparen und etwas für die Umwelt zu tun, ist Grund genug, das schwäbische Unternehmen in den Kreis der elf Finalisten des diesjährigen Digital Champions Awards (DCA) aufzunehmen. Mit diesem Preis prämieren Telekom und Wirtschaftswoche Unternehmen, welche die digitale Transformation vorbildlich vorleben. Sei es, indem sie mithilfe digitaler Lösungen das Kundenerlebnis verbessern, neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln oder organisatorische Prozesse optimieren.

„Mich freuen der Mut und Optimismus, mit dem sich mittelständische Unternehmen auf die Transformation stürzen. Sie sehen die Vorteile der Digitalisierung, wo andere sich vor den Risiken fürchten“, sagt Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden der Telekom Deutschland und Mit-Initiator des DCA. Er kenne viele Unternehmen, die „bereits heute ihre digitale Dividende einfahren“. Sprich: die produktiver arbeiten. Die mehr Umsatz erzielen, ihren Service verbessert oder die Zusammenarbeit ausgebaut haben. Und obendrein in Sachen Sicherheit deutlich zugelegt haben. Auch wenn sich Firmengrößen, Branchen und Transformationswege unterscheiden – digitalen Unternehmergeist besitzen die Finalisten alle: „Mit dem DCA zeichnen wir Unternehmen aus, die auf die digitale Transformation nicht einfach nur reagieren, sondern die zukunftsweisende Themen wie Big Data, Vernetzung oder künstliche Intelligenz proaktiv als Chance begreifen und mit ihrem Pioniergeist ihre Branche inspirieren“, erklärt Wirtschaftswoche-Herausgeberin Miriam Meckel.

Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland. Digitale Vorreiter sind Vorbilder für andere Firmen: Deshalb freut sich Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden der Telekom Deutschland, über die Qualität der Bewerbungen für den diesjährigen Digital Champions Award. (© 2017 Dominik Asbachy)

 

Spannung pur: Die Jury entscheidet

Unter 49 Bewerbungen haben Wissenschaftler vom St. Galler „House of Digital Business“ die Vorauswahl getroffen und in vier Kategorien diese elf Finalisten ausgewählt:

Kategorie: Digitale Transformation Mittelstand

  • Die Haufe Gruppe entwickelte sich vom Fachverlag zum erfolgreichen Softwareunternehmen, das digitale Produkte anbietet – etwa Online-Dienste für Personalmanager, Buchhaltungssoftware für Selbstständige oder Internetportale für Steuerexperten.
  • QIAGEN ist ein weltweit führender Anbieter von Testtechnologien für die molekulare Diagnostik. Das Hightech-Unternehmen hat kontinuierlich die eigenen Prozesse, Produkte und Dienstleistungen sowie die Schnittstelle zum Kunden digitalisiert.

Kategorie: Digitales Kundenerlebnis

  • Die DPD Deutschland GmbH ist die Nummer zwei auf dem deutschen Paketmarkt und hat sich mit einer Endkunden-App beworben, mit denen Nutzer die Auslieferung ihres Pakets verfolgen und steuern können.
  • Rödl & Partner ist eine integrierte Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Mit der Rödl Private Cloud hat sie die Mitarbeiter an 106 Standorten und 49 Ländern vernetzt. Die Digitalisierung half dem Unternehmen, neue Geschäftsfelder zu erschließen und neue Kunden zu gewinnen. So hat das Unternehmen eine länderübergreifende Wirtschaftsprüfer-Plattform oder für Kunden aus dem Bereich des Facility Managements ein digitales Regelwerk-Informationswerk eingerichtet. Über wichtige Branchenthemen informiert Rödl auf der eigenen Webseite und in den sozialen Medien. Seit 2016 gibt es sogar einen eigenen WhatsApp-Kanal.
  • Die Mader GmbH & Co. KG hat sich auf Druckluft und Pneumatik spezialisiert. Mit der Mader Leckage-App können die Kunden Lecks an Kupplungen, Ventilen und Klappen digital dokumentieren und analysieren. Jede Leckage bekommt dazu eine eindeutige ID, die App erfasst sämtliche Messwerte digital.

Kategorie: Digitale Produkte und Dienstleistungen

  • Die Endres und Hauser Messtechnik GmbH & Co. KG ist ein führender Anbieter von Messgeräten, Dienstleistungen und Lösungen für industrielle Prozesstechnik und Automatisierung. Das Unternehmen hat die Sensortechnologie „Memosens“ eingereicht, mit der beispielsweise pH-Werte gemessen werden können. Dazu wird der Messwert im Sensor digitalisiert und kontaktlos weiter transferiert.
  • Die Rastal GmbH, Glashersteller aus dem Westerwald, macht jetzt die Gläser klüger. Das smarte Glas bietet die Möglichkeit, mit dem Kunden zu kommunizieren, und liefert der Gastronomie Big Data-Analysen über das Konsumverhalten ihrer Gäste.
  • Die Dataphone AG entwickelt mobile Soft- und Hardwarelösungen für die Bereiche Lagerlogistik, Transport und Handel und deckt mit seinen digitalen Produkten die gesamte Wertschöpfungs- und Lieferkette der Kunden ab.

Kategorie: Digitale Prozesse und Organisation

  • Die L&D GmbH ist ein mittelständischer Gastronomiedienstleister und vor allem als Business-Caterer tätig. Das Unternehmen baute eine zeitgemäße IT-Infrastruktur auf, digitalisierte seine Prozesse und profitiert von Data-Analytics.
  • Die Kayser GmbH ist als Systemlieferant für die Branchen Bau, Industrie und Dienstleistungen tätig. Mit der Lösung kayTag können die Kunden Prüfvorgänge automatisieren – etwa von Krananlagen, Leitern oder Regalen. Möglich machen dies Lesegeräte, Transponder und RFID-Kabelbinder.
  • Die TAKKT AG hat sich als Zusammenschluss von B2B-Versandhändlern auf Geschäftsausstattungen spezialisiert. Der Vertrieb verfolgt einen konsequenten Multichannel-Ansatz.

Digitalisierungsmacher 2017

Ein Gewinner steht schon fest: Der von der Jury ausgelobte Sonderpreis „Digitalisierungsmacher 2017“ geht an Jörg Mittelsten Scheid, den Ehrenvorsitzenden des Beirats Vorwerk. Mit digitalen Erweiterungen und einem neuen Multichannel-Ansatz sorgte der Familienunternehmer und langjährige persönlich haftende Gesellschafter des Wuppertaler Familienunternehmen dafür, dass seine Zugpferde „Kobold“ und „Thermomix“ heute noch gefragter sind.

Die Köpfe der DCA-Jury

Miriam Meckel
Herausgeberin Wirtschaftswoche

Hagen Rickmann
Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland

Wladimir Klitschko
Ehemaliger Schwergewichtsweltmeister und Unternehmer

Dietmar Grichnik
Professor für Entrepreneurship an der Universität St. Gallen

Eva Jagalla
Chief Operating Officer bei NavVis

Gesche Joost
Professorin für Designforschung an der Universität der Künste Berlin und Leiterin des Design Research Labs

Hubertus Porschen
CEO der iConsultants GmbH und Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes „Die jungen Unternehmer“

Andreas Rebetzky
Mitglied der Geschäftsleitung des Fassadenspezialisten Sto SE & Co KGaA

Vier aus 49

Insgesamt 49 Unternehmen haben für den Digital Champions Award 2017 ihre Digitalisierungsprojekte eingereicht. Der DCA prämiert digitale Leuchttürme in den vier Kategorien Digitale Transformation Mittelstand, Digitales Kundenerlebnis, Digitale Prozesse und Organisation sowie Digitale Produkte und Dienstleistungen. In einer ersten Vorrunde hatten Wissenschaftler der Universität St. Gallen bereits elf Bewerber herausgefiltert, jetzt einigte sich die DCA-Jury auf das Siegerquartett und den Sonderpreis „Digitalisierungsmacher“. Telekom und Wirtschaftswoche, die beiden Initiatoren des DCA, vergeben den Preis in diesem Jahr zum zweiten Mal und wollen damit branchenübergreifend das Bewusstsein für die Bedeutung der Digitalisierung stärken. „Denn ihre Erfolgsgeschichten können Unternehmen künftig nur digital fortschreiben“, sagt Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden der Telekom Deutschland. Die ausgezeichneten Unternehmen setzen mit ihrem digitalen Pioniergeist wichtige Impulse und zeigen, wie man den digitalen Wandel gestaltet.
Wer sich künftig als Digital Champion bezeichnen darf, das erfährt die Öffentlichkeit am 20. Juni. Dann küren Telekom und Wirtschaftswoche in der Berliner Hauptstadtrepräsentanz des Telekommunikationskonzerns die Sieger.

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