Die etwas andere Las-Vegas-Show

Frei nach dem diesjährigen Messeslogan „Whoa“ wollte die weltgrößte Elektronikmesse CES (Consumer Electronic Show) in Las Vegas ihren Besuchern die Sprache rauben und technische Innovationen „sprechen“ lassen. Digitale Sprachassistenten wie Google Home, Bixby (Samsung) oder Amazon Echo waren die Stars der Show 2018. Daneben gab es jede Menge Gadgets und Innovationen zu bestaunen.

Die CES zählt zu den wichtigsten Messen für Consumer Electronics weltweit. Mehr als 3.900 Aussteller und rund 170.000 Besucher bevölkern die etwas andere Las-Vegas-Show jedes Jahr im Januar.

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Lenovo Smartdisplay Hardwarepartner von Google, wie Lenovo, wollen in Kürze Geräte auf den Markt bringen, auf denen die Sprachsteuerung Google Assistant läuft. (© 2018 Lenovo)

Im Fokus der CES 2018 stehen smarte Gadgets, die das Leben ihrer Nutzer erleichtern sollen – sowohl für Business- als auch für Privatanwendungen. Die fünf wichtigsten Trends:

Trend 1: „Sprich mit mir“ – digitale Sprachassistenten erleichtern den Alltag

Digitale Sprachassistenten von Amazon und Google waren die Vorreiter. Die sprachgesteuerten Geräte sind keine Spielerei, es gibt sie inzwischen in der dritten Generation, und laut einer Bitkom-Umfrage von 2017 will sich bereits jeder zehnte Deutsche 2018 einen Sprachassistenten wie Google Home oder Amazon Echo zulegen. Der praktische Nutzen: Licht, Musik, Fernseher oder Heizung können Nutzer einfach per Sprachbefehl steuern.

Auch die Deutsche Telekom tüftelt an einem Sprach-Butler, der in diesem Sommer vorgestellt werden soll. Die Telekom arbeitet dafür mit Partnern wie Tagesschau, Otto, Lidl und WetterOnline zusammen. Der Magenta-Assistent soll künftig etwa im Smart Home die Heizung regeln oder das Licht ein- und ausschalten und sich mit dem Router Speedport Smart vernetzen.

Trend 2: Wenn Technik weiß, was zu tun ist: die große Vernetzung mit dem Internet der Dinge

Der Begriff „Internet der Dinge“ meint die intelligente Vernetzung von Gegenständen, die per Internet kommunizieren. Dazu zählen etwa Kühlschränke, die bei Bedarf Lebensmittel bestellen, Autos, die sich selbstständig zur jährlichen Wartung anmelden, oder Produktionsanlagen, die Verschleißteile beim Hersteller rechtzeitig bestellen. Die CES 2018 zeigt, dass neben der industriellen Wartung und Produktion auch Consumer-Produkte wie Staubsauger, Kühlschränke und Fernseher im Zeichen der großen Vernetzung stehen.

Mercedes MBUX So soll das neue Mercedes-Cockpit bald aussehen – und ähnlich wie ein Smartphone zu bedienen sein. (© 2018 Daimler Benz)

Trend 3: So fahren wir in der Zukunft – Mobilität 4.0

Nachdem in den vergangenen Jahren die Zukunft der Mobilität von autonomen und vernetzten Fahrzeugen geprägt war, ging es auf der CES vor allem um die Innenausstattung der Autos von morgen. Zu sehen waren innovative Innenraumkonzepte, die ein neues Fahrerlebnis für Passagiere bedeuten – etwa holografische Displays, Pop-up-Lenkräder oder biometrische Sensoren, die die Vitalwerte des Fahrers messen. Mercedes etwa zeigte mit MBUX eine neue Infotainment-Generation fürs Cockpit: Sprachsteuerung, Apps und Updates sollen dabei wie bei Smartphones funktionieren.

Die CES dient auch als Spielwiese für Experimente. Der weltgrößte Autohersteller Toyota zeigte ein neuartiges Mehrzweck-Fahrzeug in der Größe eines Lieferwagens. Der „E-Palette“ getaufte Transporter auf acht Rädern fährt autonom, der Innenraum lässt sich modular und individuell umbauen. Der Transporter ist ein schlichter Minibus, bei Bedarf aber auch eine kleine Lounge, ein Mini-Schuhgeschäft oder ein fahrendes Warenlager.

Autonomes Fahren Der Digitalverband zeigt auf, welchen Anbietern die Deutschen beim Thema autonomes Fahren am meisten vertrauen. (© 2018 Bikom)

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Trend 4: Die Vermessung des Ich – digitale Gesundheitsprodukte übernehmen ärztliche Routineaufgaben

Viele kleine Hersteller setzen auf neuartige Fitness-Tracker und Smartwatches (Wearables). Mit Sensoren werden Herzfrequenz, Pulsschlag, Schrittzahl und Kalorienverbrennung der Nutzer erfasst und gespeichert. Neben den üblichen und inzwischen weiterentwickelten Fitness-Trackern rückt zunehmend das Thema Gesundheitsmonitoring in den Mittelpunkt. So wurde etwa ein smartes Thermometer für Kinder vorgestellt, das über 24 Stunden kontinuierlich die Temperatur aufzeichnet und bei erhöhten Werten einen Alarm auf das Smartphone schicken kann.

Trend 5: Mehr als die Wirklichkeit sehen – Augmented Reality (AR) dringt in den Alltag ein

Augmented Reality (AR) spielt auf der CES 2018 eine große Rolle. Der Blick auf die reale Welt wird durch Bilder, Filme oder andere virtuelle Inhalte angereichert. In Zukunft wird der Nutzer demnach weniger auf die Jagd nach animierten Figuren gehen wie beim letzten großen AR-Hype um Pokémon Go, sondern sich die Wettervorhersage oder die aktuellen Nachrichten über eine AR-Brille anschauen. Anders als bei VR bleibt der Nutzer für seine Umgebung ansprechbar.

Lenovo Mirage Solo Die Lenovo Mirage Solo arbeitet als weltweit erstes VR-Headset überhaupt auch ohne Anschluss an Smartphone oder PC. (© 2018 Lenovo)

Auch in der Welt der VR zeigen viele Hersteller neue Datenbrillen, die besser, schneller und günstiger als ihre Vorgängermodelle sind. Das wird vor allem der Spielebranche einen ordentlichen Impuls geben. Mit dem „Mirage Solo“-VR-Headset will etwa Lenovo seinen Nutzern einen einfachen Einstieg in virtuelle Realitäten ermöglichen. Laut Hersteller benötigt das Headset keine Kabel, PCs oder Smartphones, um in die Virtual-Reality-Plattform von Googles Daydream einzutauchen.

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