KMU setzen Digitalisierungsmaßnahmen vermehrt um

Die Digitalisierung kommt zusehends in der Breite des Mittelstands an. Auch wenn Großunternehmen die zur Verfügung stehenden Technologien bereits deutlich häufiger anwenden, hat immerhin knapp ein Drittel aller KMU hierzulande in den Jahren 2015 bis 2017 in neue oder verbesserte digitale Technologien für Prozesse, Produkte (inklusive Dienstleistungen) oder Geschäftsabläufe investiert. Und im Jahr 2018 erhöhte mehr als die Hälfte der Firmen in Deutschland ihre Ausgaben zur Digitalisierung im Büro.

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Dabei hat sich der Mittelstand vor allem zwei Bereichen der Digitalisierung geöffnet: Big Data und Cloud Computing. Nach einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) werteten 2018 dreimal so viele KMU große Datenmengen aus wie noch 2016. Und auch kostenpflichtige IT-Dienstleistungen aus der virtuellen Cloud wurden 2018 wesentlich häufiger genutzt als zwei Jahre zuvor. Insgesamt griffen bereits 22 Prozent der Mittelständler auf Cloud Computing zurück, ein Anstieg um 47 Prozent.

Cloud-Software bringt viele Vorteile für Unternehmen

Doch wie hilft die Analyse von Big Data und Cloud Computing KMU konkret? Wie unterstützen diese Technologien die Konkurrenzfähigkeit in Gegenwart und Zukunft? Schließlich bindet ihre Einführung ein gewisses Budget, Know-how und Mitarbeiter. Doch meistens ist der Aufwand vergleichsweise gering. Oft reicht es aus, kleine Bereiche zu modifizieren oder schon vorhandene Technologie neu zu kombinieren, um Verbesserungen zu erlangen.

Cloud Computing ist für viele KMU kein Fremdwort mehr. Cloud Computing ist für viele KMU kein Fremdwort mehr. (© 2019 ra2 studio - stock.adobe.com) - ©ra2 studio - stock.adobe.com

Gerade die Umstellung von installierter Software auf Cloud-Software ist oft unproblematischer als erwartet. Viele Anbieter von Cloud-Lösungen garantieren hochsichere Rechenzentren und strenge Datenschutzrichtlinien. Wer diese Chancen ergreift, kann durch Cloud Computing auf leistungsstarke IT-Kapazitäten zu deutlich geringeren Kosten pro Nutzer zurückgreifen. Über Implementierung, Betrieb und Wartung der Software muss sich der Unternehmer keine Gedanken mehr machen. IT-Dienstleistungen aus der virtuellen Cloud sind ortsunabhängig und lassen Remote-Teams sowie das Arbeiten mit eigenen Geräten zu. 

Cloudbasierte Software im Kunden- und Projektmanagement

Der Einsatz cloudbasierter Software ist in vielen Unternehmensbereichen denkbar. Neben der Datenspeicherung und -übertragung lassen sich auch im Kundenmanagement, Projektmanagement und Personalmanagement Vorteile erzielen:

  • Das Customer Relationship Management (CRM) kann mit der passenden Software zügiger vonstattengehen und erkennbar in der Qualität verbessert werden.
  • Die Verwendung agiler Projektmanagement-Software sorgt für bessere Transparenz und Übersichtlichkeit, Projektrisiken werden gemindert und die Kommunikation und Zusammenarbeit im Team verbessert.
  • Eine passende HR-Software bringt Vorteile im Kampf um Fachkräfte und junge Talente.
  • Klassische Bürosoftware wie Word, Excel oder PowerPoint hat sich längst als Anwendung aus der Cloud etabliert. Die Telekom bietet Office 365 als Komplettpaket inklusive Kundenservice an.

Big Data lässt Mittelständler hoffen

Wie erwähnt, nehmen sich auch immer mehr KMU des Themas Big Data an. Die Analyse großer Datenmengen ist vor allem im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz ein erheblicher Faktor. Entscheidend ist allerdings nicht nur die Menge der Daten, sondern auch die richtige Interpretation. Nur so kann aus Big Data auch „Smart Data“ werden.

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In der Industrie 4.0 werden Fertigungs- und Lieferprozesse vernetzt und dadurch jede Menge Daten generiert. Erst wenn diese systematisch ausgewertet werden, kann Big Data sein volles Potenzial entfalten. Eine aktuelle Studie der Commerzbank zur Datenauswertung listet die wesentlichen Vorteile auf, die Mittelständler von der systematischen Nutzung digitaler Daten im großen Stil erwarten:

  • insgesamt höhere Entscheidungssicherheit
  • Automatisierung von Arbeitsprozessen
  • bessere Planung und Auslastung von Ressourcen
  • bessere Abschätzung finanzieller Risiken
  • Individualisierung von Angeboten oder Produkten
  • dynamische Preisgestaltung
  • schnelle Anpassung des Sortiments an die Nachfrage
  • Entwicklung gänzlich neuer Geschäftsmodelle

Mitarbeiter für digitale Transformation begeistern

Die Implementierung neuer Technologien wird von Mitarbeitern oft kritisch gesehen. Wichtig ist deshalb, die gesamte Belegschaft im Unternehmen für die anstehende Veränderung zu begeistern – oder sie zumindest vom Sinn dieses Schrittes zu überzeugen. Denn nur wem es gelingt, den Unternehmergeist bei seinen Angestellten zu wecken, schafft den nötigen Raum für den digitalen Wandel.

Es ist wichtig, die Mitarbeiter auf dem Weg zur Digitalisierung mitzunehmen. Es ist wichtig, die Mitarbeiter auf dem Weg zur Digitalisierung mitzunehmen. (© 2019 WavebreakMediaMicro - stock.adobe.com) - ©WavebreakMediaMicro - stock.adobe.com